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Cameron-Vertrauter entsorgt Staatspapiere im Park

Der britische Minister Oliver Letwin ist von der Presse dabei ertappt worden, wie er Dokumente in einem öffentlichen Park entsorgte – zum Teil offenbar mit brisantem Inhalt.

Die britische Zeitung «Daily Mirror» berichtet auf ihrer Webseite ausführlich über den Umgang des Staatsministers Oliver Letwin mit seinen Dokumenten. Mehrere Bilder, die der Fotograf Steve Back mit leistungsfähigen Objektiven schoss, zeigen den Politiker in flagranti, und die Zeitung berichtet dazu im Detail über die entsorgten Dokumente.

Am 14. September dieses Jahres beispielsweise, so berichtet die Zeitung, lief Letwin, mit seinem Handy telefonierend, durch den St.-James-Park in London, nicht weit von der Downing Street, wo der Premierminister seinen Sitz hat. Nach dem Gespräch wirft er laut dem Bericht Dokumente in den öffentlichen Mülleimer, in denen es um die nationale Sicherheit gehe und um Terrorismus. Eine E-Mail aus seinem Büro habe sich auf das Terrornetzwerk al-Qaida und seine Verbindungen nach Pakistan bezogen.

Dementi von der konservativen Partei

Der 1956 geborene Konservative, der zu Camerons engen Beratern zählt, hat laut der Zeitung an fünf Tagen insgesamt mehr als 100 dienstliche Papiere auf diese Art entsorgt, die er teils zerriss, teils aber in ganzen Packen achtlos hineinwarf. Neben vertraulichen staatlichen Inhalten sollen sie auch private Informationen über britische Abgeordnete enthalten haben inklusive Anschriften und Telefonnummern. Ein Sprecher der britischen Konservativen bestritt allerdings, dass es sich um sensible Unterlagen gehandelt habe.

Nach dem «Daily Mirror», der die kompromittierenden Fotos auf seiner Webseite mit einem eigenen Wasserzeichen präsentiert, berichteten mittlerweile auch andere britische Zeitungen und der Sender BBC über das Verhalten des Ministers. Er soll sogar eine Nachricht an den Chef des Komitees weggeworfen haben, das die britischen Geheimdienste beaufsichtigt. Darin werde den Diensten MI5 und MI6 vorgeworfen, nicht die Wahrheit über die Beteiligung von Grossbritannien herausgefunden zu haben – an geheimen Transporten von Terrorverdächtigen zu Verhören in aller Welt.

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