Christchurch-Attentäter spendete Geld an Identitäre

Die Polizei hat die Wohnung des Chefs der rechtsextremen «Identitären Bewegung Österreich» durchsucht. Der Grund: Terror-Verdacht.

Terrorverdacht: Die Polizei in Österreich hat Martin Sellners Wohnung in Wien durchsucht. Symbolbild: Keystone

Terrorverdacht: Die Polizei in Österreich hat Martin Sellners Wohnung in Wien durchsucht. Symbolbild: Keystone

Nach dem tödlichen Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland hat die Polizei in Österreich eine Wohnung in Wien durchsucht. Nach Angaben des Innenministeriums lebt dort Martin Sellner, der Mitbegründer der «Identitären Bewegung Österreich» (IBÖ). Der mutmassliche Täter von Christchurch, Brenton Tarrant, hatte vor der Tat 1500 Euro an Sellner und dessen Gruppe gespendet.

Nach Angaben der Grazer Staatsanwaltschaft ging es bei der Durchsuchung am Montagabend um den «Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation.» Sellners Computer und sein Telefon wurden beschlagnahmt. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rief dazu auf, jegliche Verbindungen zwischen dem Verantwortlichen für die Tat in Christchurch und den österreichischen Identitären «restlos und schonungslos» aufzuklären.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war Tarrants Spende den Behörden schon länger bekannt. Da sie deutlich höher ausfiel als sonstige Spenden an die IBÖ, sei sie überprüft worden.

«Habe nichts mit dem Angriff zu tun»

Sellner selbst veröffentlichte in der Nacht von Montag auf Dienstag ein Video, in dem er einräumte, die Spende vor einigen Monaten erhalten zu haben. Abgesehen von einer kurzen Dankesmail an Tarrant habe er aber keinerlei Kontakt mit ihm gehabt. «Ich habe nichts mit diesem Terrorangriff zu tun», sagte Sellner. Seine Gruppe sei eine friedliche Bewegung gegen Einwanderung.

Am Donnerstag hatte das Innenministerium Erkenntnisse veröffentlicht, wonach sich Tarrant bei seinen Reise durch Europa auch in Österreich aufgehalten hatte. Laut Medienberichten kam er am 26. November in Wien an und besuchte anschliessend auch Salzburg, Innsbruck und Kärnten. Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch waren am 15. März 50 Menschen ums Leben gekommen.

nlu/afp

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt