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Queen mahnt ihr Volk, nicht zu verzweifeln

In seiner Weihnachtsbotschaft kritisiert der Papst die Terrormiliz IS scharf. Königin Elizabeth II. spendet ihrem Volk Hoffnung.

Die Reden geben ihre persönliche Meinung wieder: Königin Elizabeth II. nachdem sie ihre Weihnachtsbotschaft aufgenommen hat. (25. Dezember 2015)
Die Reden geben ihre persönliche Meinung wieder: Königin Elizabeth II. nachdem sie ihre Weihnachtsbotschaft aufgenommen hat. (25. Dezember 2015)
AFP
«Urbi et Orbi»: Der Papst knöpft sich in seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft den Islamischen Staat vor. (25. Dezember 2015)
«Urbi et Orbi»: Der Papst knöpft sich in seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft den Islamischen Staat vor. (25. Dezember 2015)
Getty Images
Auch das ist die Realität an Weihnachten: Ein Flüchtlingskind spielt im Camp von Calais. Der Name der Unterkunft: «Der Dschungel». (25. Dezember 2015)
Auch das ist die Realität an Weihnachten: Ein Flüchtlingskind spielt im Camp von Calais. Der Name der Unterkunft: «Der Dschungel». (25. Dezember 2015)
Stéphanie Lecocq, Keystone
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Nach einem schwierigen Jahr voller Konflikte und Terrortaten hat Queen Elizabeth II. in ihrer Weihnachtsbotschaft den Menschen in Grossbritannien und im Commonwealth Hoffnung gespendet. Licht könne über Finsternis triumphieren, sagte die Königin in ihrer traditionellen Ansprache am Ersten Weihnachtstag.

Die Welt stehe schwierigen Zeiten gegenüber und gerade 2015 habe es «Momente der Dunkelheit» gegeben wie extremistische Angriffe oder die Flüchtlingskrise in Europa. Doch sei all das kein Grund zur Verzweiflung. «Das Johannes-Evangelium enthält einen Vers grosser Hoffnung, der oft auf Weihnachtsgottesdiensten gelesen wird: ‹Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen›», sagte die Queen in der Rede, die im Fernsehen, Radio und Internet übertragen wurde.

Der Papst ruft zum Frieden auf

Die 89-Jährige schreibt ihre kurze Ansprache stets selbst. Die Rede spiegelt häufig ihre persönlichen Überzeugungen wider und stellt die Wichtigkeit der Familie heraus. Diesmal sprach sie auch die Geburt von Prinzessin Charlotte, der Tochter von William und Kate an. «Eine der Freuden eines langen Lebens ist es, den eigenen Kindern, dann den Enkeln und dann den Urenkeln zuzusehen, wie sie beim Schmücken des Weihnachtsbaums helfen. Und in diesem Jahr hat meine Familie ein neues Mitglied, das bei dem Spass mitmachen kann», sagte sie.

Papst Franziskus hat sich in Rom mit einer Botschaft der Barmherzigkeit und des Friedens an die Katholiken in aller Welt gewandt. Zugleich verurteilte er die jüngsten Anschläge der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) als «brutalen Akt des Terrorismus». Er hoffe, dass in Syrien und Libyen bald wieder Frieden einkehre und die notleidende Bevölkerung vom «mörderischem Bösen» erlöst werde, dem sie ausgesetzt sei, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Weihnachtsansprache vom Balkon des Petersdoms. Als Zeichen, dass nur Barmherzigkeit den Kreislauf der Gewalt beenden kann, erliess er allen Katholiken die Strafen für ihre Sünden.

Auf dem Petersplatz hatten sich Tausende Pilger unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen versammelt. Franziskus erinnerte an die «brutalen Terrorakte» in Paris, Beirut, Mali, Tunesien und gegen ein russisches Passagierflugzeug über Ägypten. Er verurteilte die in Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten sowie in der Ukraine andauernden Konflikte. Er sprach den wegen ihres Glaubens in einigen Teilen der Welt verfolgten Christen Mut zu:«Das sind unsere Märtyrer von heute.»

Gewalt im Heiligen Land

Auch die Weihnachtsfeiern im Heiligen Land waren in diesem Jahr wieder von Gewalt überschattet. Nachdem am Heiligen Abend im Westjordanland vier Palästinenser erschossen worden waren, gab es in den Palästinensergebieten auch am ersten Weihnachtsfeiertag wieder zwei Tote. Eine Palästinenserin sei erschossen worden, als sie im Westjordanland mit ihrem Auto eine Gruppe israelische Grenzpolizisten rammen wollte, sagte Polizeisprecherin Luba Samri. Ein weiterer Mann wurde bei Unruhen im Gazastreifen von Soldaten getötet.

In seiner Predigt bei der Mitternachtsmette in der Geburtskirche in Betlehem äusserte der lateinische Patriarch von Jerusalem sein Mitgefühl für die Notlage der Palästinenser und wünschte allen Bewohnern des Heiligen Landes ein gutes neues Jahr. Wegen der anhaltenden Gewalt waren in diesem Jahr viel weniger Christen als sonst nach Betlehem gepilgert.

Muslime beschützen Weihnachtsgottesdienst

In Frankreich haben Muslime symbolisch eine christliche Mitternachtsmesse am Heiligabend bewacht. Die Aktion in Lens im Norden des Landes solle zeigen, dass die Muslime andere Religionen respektierten, sagte der Präsident der regionalen Muslimvertretung zur Begründung. Es handele sich um eine bewusst organisierte Geste, fügte Abdelkader Aoussedj hinzu. «Die Muslime in Frankreich stehen an der Seite ihrer Mitbürger.» Die rund 200 Besucher der Mitternachtsmesse in Lens zeigten sich von der Aktion beeindruckt. Am Ende des Gottesdienstes wurde den «Beschützern» das sogenannte Friedenslicht von Bethlehem überreicht.

Seit den islamistischen Anschlägen von Paris, bei denen am 13. November in der französischen Hauptstadt 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden waren, sehen sich Muslime in Frankreich vermehrt Anfeindungen ausgesetzt. Die Aktion in Lens sollte deshalb auch «ein anderes Bild von Muslimen zeichnen», wie Aoussedj sagte.

sda/afp/fal

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