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Der grosse griechische Ausverkauf

Die Privatisierung griechischer Staatsunternehmen ist in vollem Gange. In den nächsten Jahren sollen dabei nicht nur Infrastruktur-Unternehmen wie die Telekom und die Post verkauft werden.

Weitere zehn Prozent gehen an die Deutsche Telekom: Sitz der griechischen Telefongesellschaft OTE in Athen.
Weitere zehn Prozent gehen an die Deutsche Telekom: Sitz der griechischen Telefongesellschaft OTE in Athen.
Reuters

Der Privatisierungsplan der griechischen Regierung weist allein für dieses Jahr 23 Firmen auf, die verkauft werden sollen. Das gesamte Tafelsilber muss raus. Es umfasst vor allem Infrastruktur-Firmen. Punkt eins auf der Liste, die mit der Troika aus Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank besprochen wurde, ist bereits abgehakt: Die Deutsche Telekom musste Anfang Juni weitere 10 Prozent Anteile an der griechischen Telefongesellschaft OTE für rund 400 Millionen Euro übernehmen.

Die griechische Regierung löste eine entsprechende Verkaufsoption ein. Der Telekom-Anteil stieg damit auf 40 Prozent plus eine Stimme. Der Staat hält noch 10 Prozent plus eine Stimme. Die Deutsche Telekom hat auch die Unternehmensführung bei OTE. Für sie war vor allem auch das Mobilfunkgeschäft von OTE in Rumänien, Bulgarien und Albanien interessant. OTE hält auch 20 Prozent an Telecom Serbia.

Anteile an Hafen und Casinos

Im dritten Quartal des Jahres sollen nun mindestens 40 Prozent der Wasserbetriebe von Thessaloniki verkauft werden. Ausserdem stehen Konzessionen am Internationalen Flughafen von Athen auf dem Zettel. Vorgesehen ist auch, 23,3 Prozent des Hafens von Thessaloniki loszuschlagen und 23,1 Prozent des Hafens von Piräus. Die staatliche Lotterie soll zu 100 Prozent verkauft werden.

Angeboten werden auch der Rüstungshersteller Hellenic Defense Systems (EAS) zu 99,8 Prozent und die Hellenic Postbank zu 34 Prozent. Anteile der Gasversorger DEPA (zu 55 Prozent) und DESFA (zu 31 Prozent) sind ebenfalls zu haben. Die griechische Gesellschaft für Pferderennen wird zu 100 Prozent feilgeboten, obendrein 42 Prozent des Casinos auf dem Berg Parnis, das einen Blick auf Athen bietet.

Der Eisenbahnbetreiber TRAINOSE soll zu 100 Prozent weggehen. Auch plant die Regierung, vier Airbusse zu verkaufen. Ein erstes Immobilien-Paket soll noch bis zum Dezember abgestossen werden.

Verkauf der Autobahn

Im kommenden Jahr geht es ähnlich weiter: Mindestens 40 Prozent der Post werden angeboten, ein weiteres Paket aus Häfen, und die Athener Wasserbetriebe sind dran. Auch die griechische Agrarbank und die staatliche Ölgesellschaft sowie regionale Flughäfen und griechische Autobahnen sind fällig. Selbst ein erstes Paket griechischer Goldminen wird verkauft. 2013 stehen Offshore-Gasspeicher, weitere regionale Flughäfen und Häfen, Immobilien und erneut Anteile der Athener Wasserbetriebe an.

Für 2014 und 2015 stehen Immobilien, Grundstücke und Autobahnen auf dem Programm. Einzelne Inseln, wie sie der FDP-Politiker Frank Schäffler und der CDU-Politiker Josef Schlarmann im vergangenen Jahr verlangten, sind bisher allerdings von der Regierung nicht zum Verkauf vorgesehen. Die Akropolis auch nicht.

dapd/kpn

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