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Deutsche FDP-Politiker klagen über Anfeindungen und Übergriffe

Der designierte Thüringer Ministerpräsident Thomas Kemmerich und seine Familie fürchten um ihre Gesundheit. Sie sind nicht die einzigen.

«Fight Nazis! Fck FDP!»: Schriftzug unter einem Fenster der FDP-Landesgeschäftsstelle in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner, DPA/Keystone
«Fight Nazis! Fck FDP!»: Schriftzug unter einem Fenster der FDP-Landesgeschäftsstelle in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner, DPA/Keystone

Thomas Kemmerichs Wahl zum Ministerpräsidenten von Thüringen hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Nur dank Stimmen der rechtsgerichteten AfD schaffte es der 54-Jährige am vergangenen Mittwoch ins Amt. Dem Überraschungssieg folgten zahlreiche Demonstrationen und Kundgebungen. Doch dabei blieb es offenbar nicht. Wie die «Welt» berichtet, sei die Familie des inzwischen zurückgetretenen FDP-Politikers mehrfach zum Ziel von Übergriffen geworden. Die FDP spricht von «massiven Angriffen».

Wegen Anfeindungen habe die Familie ihre Kinder in der vergangenen Woche unter Polizeischutz zur Schule bringen lassen. Kemmerich selbst erhalte rund um die Uhr Personenschutz, teilte die Parteizentrale mit. Seine Frau sei auf offener Strasse angespuckt worden, in einem Supermarkt hänge «eine Art Fahndungsfoto» von Kemmerich. Zudem hätten sich des Öfteren Unbekannte vor ihrem Wohnhaus versammelt.

«Generalangriff auf die FDP»

Weitere Vertreter der FDP sprachen in den sozialen Netzwerken und gegenüber der «Welt» von «wüsten Beschimpfungen» auf offener Strasse. So auch Michael Rubin, Mitglied des Kreisvorstandes der Frankfurter FDP: An einer Kundgebung von Grünen und Linken in Frankfurt nach dem Sieg Kemmerichs sollen drei junge Personen den jüdischen Politiker in der Menschenmenge erkannt und gerufen haben: «Nazi! Hau ab, hau ab!» «Ich war in absoluter Schockstarre. Noch nie in meinem Leben hat mich jemand Nazi genannt», sagte Rubin zur Zeitung. Er habe schon Hunderte Male antisemitische Beleidigungen ertragen. Jetzt sei er obendrein noch ein Nazi, schreibt Rubin in einem Facebook-Post.

Rubin ist nicht der einzige FDP-Vertreter, der über Anfeindungen und Angriffe klagt. Seine Parteikollegin Katharina Schreiner soll an einer Mahnwache des «Bundes der Antifaschistinnen und Antifaschisten» mit «Hau ab!»-Rufen von der Bühne vertrieben worden sein. Karoline Preisler aus Mecklenburg-Vorpommern teilte auf Twitter mit, ihr Haus, ihre Kinder und sie seien mit Feuerwerk beschossen worden. Die Familie sei weggelaufen und hätte inzwischen Unterschlupf gefunden, schrieb sie auf Twitter.

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, spricht von einem «Generalangriff auf die FDP». «Wir erleben gerade eine absolute Eskalation, so etwas habe ich noch nie erlebt.»

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