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«Deutschland, Österreich und die Schweiz sollen entlastet werden»

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière verlangt in Europa eine neue Verteilung der Asylsuchenden. Er spricht sich für eine Quotenregelung aus.

«Eine Handvoll Länder nimmt 70 Prozent der Asylbewerber auf»: Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière will neue Wege gehen. (Archivbild)
«Eine Handvoll Länder nimmt 70 Prozent der Asylbewerber auf»: Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière will neue Wege gehen. (Archivbild)
Reuters

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière spricht sich dafür aus, Flüchtlinge nach Quoten auf die europäischen Länder zu verteilen. Staaten wie Deutschland, die Schweiz und Österreich, die heute viele Asylbewerber aufnehmen, sollen entlastet werden.

«Im Prinzip sehen zwar alle ein, dass nicht Deutschland, Schweden, Österreich, die Schweiz und Frankreich allein den überwiegenden Teil aller Asylbewerber aufnehmen können, während sich alle anderen einen schlanken Fuss machen», sagte de Maizière der in Chemnitz erscheinenden «Freien Presse» am Donnerstag.

10 Länder nehmen 70 Prozent auf

Aber die Umsetzung werde nicht einfach. «Derzeit nehmen eine Handvoll Länder 70 Prozent der Asylbewerber auf. Nur 10 von 28 EU-Ländern beteiligen sich überhaupt an dem Thema», sagte der Minister weiter.

Er strebt eine Quotenregelung an parallel zum bisher geltenden Dublin-Prinzip, wonach Asylbewerber in dem europäischen Staat ihren Antrag stellen müssen, in dem sie zuerst ankommen.

Ausreisezentren in Nordafrika

Bei einer Ministerkonferenz mit Vertretern aus 58 Staaten Europas und Afrikas am Donnerstag in Rom geht es de Maizière zufolge neben der Quotenregelung auch um den EU-Vorschlag, in den Transitländern in Nordafrika sogenannte Ausreisezentren zu etablieren.

«Damit würden wir den Menschenhändlern die Geldquelle abschneiden», sagte er. Bereits in diesen Zentren müsse die Entscheidung fallen, «wer auf legalem Weg nach Europa kommen kann und wer mit unserer Hilfe wieder in seine Heimat zurückkehren muss. Das ist allemal humaner als sie unter Lebensgefahr aufs Mittelmeer zu schicken.»

SDA/chk

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