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Deutschland rettet Euroländer vor Rezession

Das Statistikamt Eurostat zeichnet ein düsteres Bild: Die Euroländer schlittern weiter in die Krise – die spanische Industrie ist in diesem Monat um 8 Prozent eingebrochen. Eine Ausnahme ist erneut Deutschland.

Die deutsche Wirtschaft bewahrt Europa vor einer noch schlimmeren Krise: Ein Stahlarbeiter in Deutschland. (Archivbild)
Die deutsche Wirtschaft bewahrt Europa vor einer noch schlimmeren Krise: Ein Stahlarbeiter in Deutschland. (Archivbild)
Keystone

Nur durch das kräftige Wachstum seiner grössten Volkswirtschaft Deutschland ist die Eurozone einer Rezession entgangen. Das Bruttoinlandprodukt stagnierte von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal, teilte das Statistikamt Eurostat heute in einer zweiten Schätzung mit.

Ende 2011 war es um 0,3 Prozent gesunken. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von Rezession. Während die Exporte um 1,0 Prozent zulegten, blieben die Konsumausgaben stabil. Die Unternehmen investierten angesichts der wachsenden Unsicherheit über die Zukunft der Währungsunion und der schwächeren Weltkonjunktur weniger.

Die Währungsunion bleibt wirtschaftlich tief gespalten: Ihre Konjunkturlokomotive Deutschland schaffte trotz der Schuldenkrise mit 0,5 Prozent ein kräftiges Wachstum, weil Exporte und privater Konsum merklich anzogen. Die französische Wirtschaft stagnierte.

Spaniens Industrie bricht ein

Schlimmer sieht es in den Krisenländern aus: Die spanische Wirtschaft schrumpfte wie schon am Jahresende um 0,3 Prozent und steckt damit wieder in einer Rezession. Die Industrieproduktion ist im April so stark eingebrochen wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die Unternehmen stellten 8,3 Prozent weniger her als im Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt heute in Madrid mit.

Das war der stärkste Rückgang seit September 2009. Analysten hatten lediglich ein Minus von 6,5 Prozent erwartet. Im März hatten die Unternehmen ihre Produktion bereits um 7,5 Prozent gedrosselt.

Höchste Arbeitslosigkeit in Europa

Das einstige Boomland kämpft gegen eine schwere Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Arbeitslosigkeit ist bereits jetzt die höchste in der Europäischen Union. Jeder vierte Spanier hat keinen Job, etwa jeder zweite Jugendliche ist arbeitslos.

In Italien brach das Bruttoinlandsprodukt sogar um 0,8 Prozent ein. Das war der dritte Rückgang in Folge. Auch Portugal findet nicht aus der Rezession: Hier gab es ein Minus von 0,1 Prozent.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 0,3 Prozent schrumpft. Für 2012 traut sie ihr wieder ein Wachstum von 1,0 Prozent zu.

sda/dapd/AFP/mrs

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