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Die Faszination für Diana ist ungebrochen

Am Donnerstag jährt sich der Tod von Lady Diana zum 20. Mal. Ihre tragische Lebensgeschichte fasziniert immer noch Millionen Menschen in aller Welt – aus vielseitigen Gründen.

Berührende Geschichte: Das Schicksal von Lady Diana zieht noch heute Millionen Menschen in seinen Bann.
Berührende Geschichte: Das Schicksal von Lady Diana zieht noch heute Millionen Menschen in seinen Bann.
Keystone
Prinz William, Earl Charles Spencer, Prinz Harry und Prinz Charles (v. l.) am Begräbnis von Prinzessin Diana. (6. September 1997)
Prinz William, Earl Charles Spencer, Prinz Harry und Prinz Charles (v. l.) am Begräbnis von Prinzessin Diana. (6. September 1997)
Jeff J Mitchell, Keystone
Der ägyptische Millionär Dodi Al Fayed war Dianas zweiter Lover nach der Scheidung. Das Paar wurde ständig von Paparazzi belagert, so auch während ihres Sommerurlaubs in St. Tropez. (22. August 1997)
Der ägyptische Millionär Dodi Al Fayed war Dianas zweiter Lover nach der Scheidung. Das Paar wurde ständig von Paparazzi belagert, so auch während ihres Sommerurlaubs in St. Tropez. (22. August 1997)
Reuters
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Jetzt kommt alles wieder hoch. Die Märchenhochzeit, die unglückliche Ehe, die Affären, der tragische Tod. Vor zwanzig Jahren, am 31. August 1997, ver­unglückte Prinzessin Diana bei einem Verkehrsunfall in Paris. Sie wurde nur 36 Jahre alt. Ihr Tod wurde von der ganzen Welt betrauert. Schnell flaute das In­teresse ab, eine Diana-Müdigkeit setzte ein, gerade 6 Prozent der Briten wollten ihrer zum ersten Todestag gedenken.

Zum 20. Todestag flammt das Interesse wieder auf. Es scheint kein Entkommen vor Diana zu geben. Britische Gazetten heben das Thema fast täglich auf die ­Titelseite, aus der ganzen Welt kommen Filmcrews nach London, im Radio wird ihr Ver­mächtnis diskutiert, und auch im deutschen Fernsehen jagt eine Dokumentation die nächste. Den Briten dient das Gedenken an sie als eine Erinnerung, wie sehr sich die Monarchie seit Dianas Tod verändert hat.

Söhne befeuern Interesse

Doch der Diana-Rummel treibt schon merkwürdige Blüten. Da gibt es in den Zeitungen Doppelseiten für Leserinnen dafür, den Diana-Look hinzubekommen, da liefert ein Medium exklusive Informationen, was ihm die tote Prinzessin aus dem Jenseits zum Brexit oder zur Monarchie gesagt haben soll.

Das grosse Interesse wird nicht zuletzt auch durch ihre beiden Söhne Prinz William und Prinz Harry befeuert, die aktiv bei der Erinnerungsarbeit mithelfen und das Thema aktuell halten wollen. Sie hatten sich zu diesem Zweck bereit erklärt, an gleich zwei TV-Dokumentationen mitzuwirken, um, wie es William ausdrückt, «eine Seite von ihr zu zeigen, die andere bislang noch nicht gesehen haben». Auch eine neue Biografie über Dianas Ex-Prinz Charles hatte vor we­nigen Monaten für Aufsehen gesorgt.

«Hochzeit des Jahrhunderts»

Es ist kein Wunder, dass Dianas Geschichte immer noch auf globale Faszination trifft. Die Heirat der 20-jährigen, jungfräulichen Grafentochter mit dem zwölf Jahre älteren Charles 1981 wurde als die «Hochzeit des Jahrhunderts» gefeiert und weltweit von rund 750 Millionen Menschen auf den Fernsehschirmen verfolgt. Doch die Ehe stand von ­Anfang an unter keinem guten Stern.

Weniger aus Liebe, mehr aus Pflichtgefühl nahm der Thronfolger Diana zur Frau. ­Diese wiederum hatte von Anfang an Grund zur Eifersucht, weil Charles den Kontakt zu seiner alten Jugendliebe Camilla nicht abbrechen wollte. Auch die beiden Söhne, die 1982 und 1984 zur Welt kamen, machten aus Charles und Diana kein glück­liches Ehepaar. Nicht, dass die Welt das geahnt hätte: Man hielt Diana für eine Göttin des Glücks und Glamours.

Der goldene Käfig

Bis dann 1992 ein Buch herauskam, das mit dem schönen Schein aufräumte. Diana, die sich ge­fangen fühlte im golden Käfig des Hoflebens, hatte mit dem Journalisten Andrew Morton kollaboriert und lieferte aus­führliche Interviews, die zur Veröffentlichung von «Diana: Ihre wahre Geschichte» führten. Ab da wusste die Welt von Charles’ Untreue, von der Bulimie Dianas, von ihren Depressionen und den Selbstmordversuchen. Wenige Monate später, im Dezember 1992, kam es zur Trennung. Diana begann einen neuen Lebensabschnitt, in dem sie ihre Unab­hängigkeit im Einsatz für wohl­tätige Zwecke suchte.

In der Nacht des 31. August 1997 rast ein schwarzer Mercedes in den Tunnel unter der Pont de l’Alma in Paris. Am Steuer: Henri Paul, der Sicherheitsmanager des Hotels Ritz, auf dem Rücksitz Diana und ihr Liebhaber Dodi al-Fayed. Der Mercedes wird verfolgt von Paparazzi auf Motor­rädern, er fährt viel zu schnell, fast Tempo 100. Henri Paul verliert die Kontrolle, die schwere Limousine kracht in den dreizehnten Pfeiler. Diana überlebt den Unfall nur wenige Stunden lang.

Trauer-Hysterie nach Tod

Später wird es über ihren Tod ei­ne Menge von Verschwörungstheorien geben, am hartnäckigsten vertreten von Dodis Vater Mohammed al-Fayed, der glaubt, dass Diana auf Geheiss von Prinz Philip und dem britischen Esta­blishment ermordet wurde, weil man keinen Muslim in der königlichen Familie haben wollte. Eine französische und eine ausführliche britische Untersuchung kamen zu einem anderen Schluss: Es war ein Unfall. Diana starb, weil der Chauffeur 1,8 Promille Alkohol im Blut hatte und dazu Beruhigungsmittel geschluckt hatte. Dianas Leichnam wird nach England überführt, und dort bricht eine Trauerhysterie aus, die das Königreich noch nicht erlebt hat.

Bei Charles fällt es schwer, sich die Taktilität Dianas vorzustellen. William und Harry dagegen haben keine Probleme, Menschen in den Arm zu nehmen, und das wirkt natürlich. Sie haben von ihrer Mutter die ungezwungene Art geerbt. Für Prinz Charles war das Gedenkjahr schlecht. Dachten 2013 bloss 15 Prozent der Briten, dass Charles schlecht für die Monarchie ist, so denken das jetzt 27 Prozent. Und eine Umfrage zeigte, dass eine Mehrheit der Briten, 51 Prozent, Prinz William als den nächsten Monarchen sehen wollen und nur 22 Prozent den Thronfolger.

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