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Die Investoren flüchten aus Russland

Bis zu 70 Milliarden Dollar wurden in den letzten Monaten abgezogen. Vor allem aus Angst vor schärferen Sanktionen des Westens.

Innert dreier Monate hat mehr Geld Russland verlassen als im gesamten letzten Jahr: Ein Mann passiert eine Karte der Krim auf einer Mauer in Moskau. (25. März 2014)
Innert dreier Monate hat mehr Geld Russland verlassen als im gesamten letzten Jahr: Ein Mann passiert eine Karte der Krim auf einer Mauer in Moskau. (25. März 2014)
Reuters

Die Krim-Krise verschreckt die Investoren in Russland. Der Kreml rechnet mit massiven Kapitalabflüssen. Vizewirtschaftsminister Andrei Klepach erwartet einem Bericht der «Financial Times» zufolge, dass im ersten Quartal bis zu 70 Milliarden Dollar abgezogen wurden.

Das würde bedeuten, dass innerhalb von drei Monaten mehr Geld das Land verlassen hätte als im gesamten letzten Jahr. 2013 waren 63 Milliarden Dollar aus Russland abgeflossen. Am stärksten verunsichere Investoren derzeit die Möglichkeit von verschärften wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, sagte Experte Chris Weafer von der Moskauer Beratungsfirma Macro Advisory der «FT».

Nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts würden umfassende Wirtschaftssanktionen Russland deutlich stärker treffen als die EU. Nach Ifo-Berechnungen machen die Ausfuhren Russlands in die EU 15 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus. Umgekehrt seien es nur etwa 1 Prozent.

Ukrainischer Verteidigungsminister tritt zurück

Auf der Krim machten sich ukrainische Soldaten derweil auf den Weg, die Halbinsel in Bussen zu verlassen. Russische Soldaten eskortierten sie; ehemalige Kameraden, die sich für Russland entschieden haben, grüssten sie, als die Busse den Stützpunkt in der Hafenstadt Feodossija verliessen. Am Montag hatte Übergangspräsident Alexander Turtschinow angeordnet, die Soldaten von der inzwischen in Russland eingegliederten Halbinsel abzuziehen.

Insgesamt waren auf der Krim etwa 18'800 Soldaten inklusive deren Familien stationiert. Rund 4300 Soldaten haben eine Versetzung beantragt. Hinzu kommen demnach etwa 2200 Angehörige. Stimmen diese Zahlen, wären rund zwei Drittel des Militärpersonals auf der Krim zum russischen Militär übergelaufen oder wollen zumindest in der Region bleiben.

Der ukrainische Verteidigungsminister Igor Tenjuch ist zudem heute zurückgetreten. Das Parlament in Kiew nahm seinen Antrag an, nachdem es ihn in einem ersten Anlauf abgelehnt hatte. Anschliessend stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten für Generaloberst Michail Kowal als Tenjuchs Nachfolger.

SDA/ldc

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