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Die Weltkarte des Schreckens

Entführungen, Folter, sexuelle Gewalt und Bomben auf Wohngebiete: Unsere Infografik des Amnesty-Berichts zeigt, wo und warum 2014 die Welt besonders litt.

«Wir beobachten einen erschreckenden Trend: Bewaffnete Gruppen, Milizen und Terrororganisationen gehen zunehmend brutal gegen die Zivilbevölkerung vor», sagte Selmin Caliskan von Amnesty International (Deutschland) heute in Berlin bei der Präsentation des Jahresberichts zur Lage der Menschenrechte.

Der Einfluss von Islamistengruppen wie Boko Haram in Nigeria, Islamischer Staat in Syrien und im Irak sowie al-Shabaab in Somalia reiche längst weit über Landesgrenzen hinaus. «Immer mehr Menschen leiden unter ihrer Gewalt und werden im Stich gelassen», erklärte Caliskan.

In ihrem Jahresbericht beschreibt die Organisation die Menschenrechtssituation in 160 Ländern. «2014 war ein katastrophales Jahr für Millionen von Menschen, die unter der Bedrohung durch Entführungen, Folter, sexualisierter Gewalt, Anschläge, Artilleriefeuer und Bomben auf Wohngebiete leben mussten.»

Kriegsverbrechen in der Ukraine

Die Referentin für Europa und Zentralasien bei Amnesty Deutschland, Marie Lucas, hob die Lage in der Ukraine hervor, wo «beide Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen» begingen. Sowohl prorussische Separatisten als auch Kiew-nahe Freiwilligenbataillone starteten immer wieder Angriffe auf dicht besiedelte Gebiete.

Auch gebe es Berichte über «Entführungen, Verschwindenlassen, Folter und Misshandlung» von Journalisten, Demonstranten und anderen Zivilisten sowie von Kämpfern auf beiden Seiten.

Stark verschlechtert hat sich nach Einschätzung der Menschenrechtler im vergangenen Jahr auch die Lage im Irak. «Kämpfer des IS sind für Kriegsverbrechen und ethnische Säuberungen verantwortlich», sagte die Amnesty-Referentin für den Nahen Osten, Ruth Jüttner.

Die bewaffneten Konflikte hätten zur grössten Flüchtlingskatastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Die Hauptlast trügen nicht die reichen Staaten, sondern die Nachbarländer der krisenbetroffenen Nationen.

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