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«Dieser Prozess läuft Gefahr, zu verjähren»

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist der heutigen Verhandlung in Mailand ferngeblieben. Eine Vertagung des Prozesses lehnte der Richter jedoch ab. Er befürchtet, dass auf Zeit gespielt wird.

Wegen angeblicher dunkler Geschäfte vor Gericht: Silvio Berlusconi.
Wegen angeblicher dunkler Geschäfte vor Gericht: Silvio Berlusconi.
Keystone

Ein Prozess wegen Steuerbetrugs und Bilanzfälschung gegen Italiens umstrittenen Regierungschef Silvio Berlusconi ist heute in Mailand ohne den prominenten Angeklagten fortgesetzt worden.

Der skandal- und justizgeplagte Medienunternehmer blieb dem Gerichtssaal fern, wie italienische Medien berichteten. Im sogenannten Mediaset-Verfahren sind der 74-jährige Berlusconi und sein Konzern angeklagt, rund 470 Millionen Euro in Übersee am Fiskus vorbei schwarz eingenommen zu haben.

Ein Dutzend Angeklagte

Insgesamt gibt es ein Dutzend Angeklagte - darunter auch Berlusconis Sohn Piersilvio und Mediaset-Präsident Fedele Confalonieri. Die nächste Anhörung im Verfahren ist nun für den 5. Oktober anberaumt. Auch in diesem Fall steht noch in Frage, ob Berlusconi erscheinen wird. «Dieser Prozess läuft bereits Gefahr, zu verjähren», lehnte der zuständige Richter Edoardo d'Avossa jedoch eine weitere Vertagung kategorisch ab.

Berlusconi sitzt aktuell in vier Prozessen auf der Anklagebank - darunter das Verfahren wegen mutmasslicher Bestechung seines ehemaligen Anwalts David Mills und der Sexprozess um das minderjährige Escort-Girl «Ruby».

Über die Eröffnung eines fünften Verfahren wegen «Enthüllung von Amtsgeheimnissen» im Insiderhandelsfall um die Übernahme der Banca Nazionale del Lavoro soll demnächst ein Vorprozess entscheiden.

SDA/miw

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