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«Du benutzt gerade Nazi-Methoden»

Die deutschen Behörden hat er bereits mit den Nationalsozialisten verglichen. Nun attackiert Erdogan Angela Merkel persönlich.

Die Türkei sei kein Land, mit dessen Ehre gespielt werden dürfe, sagt der Präsident des Landes: Recep Tayyip Erdogan spricht vor türkischen Verlegern in Ankara. (22. März 2017)
Die Türkei sei kein Land, mit dessen Ehre gespielt werden dürfe, sagt der Präsident des Landes: Recep Tayyip Erdogan spricht vor türkischen Verlegern in Ankara. (22. März 2017)
Adem Altan, AFP
Erneute «Nazi»-Keule aus der Türkei: Erdogan spricht zu seinen Anhängern in Istanbul. (19. März 2017)
Erneute «Nazi»-Keule aus der Türkei: Erdogan spricht zu seinen Anhängern in Istanbul. (19. März 2017)
Basin Bulbul/Presidential Press Service, Keystone
Hätte sich Merkel gegen eine Strafverfolgung ausgesprochen, wäre das Flüchtlingsabkommen in Gefahr gewesen. Das wäre für Merkel fatal.
Hätte sich Merkel gegen eine Strafverfolgung ausgesprochen, wäre das Flüchtlingsabkommen in Gefahr gewesen. Das wäre für Merkel fatal.
Keystone
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der deutschen Kanzlerin Angela Merkel persönlich «Nazi-Methoden» vorgeworfen.

«Du wendest auch gerade Nazi-Methoden an», sagte Erdogan am Sonntag in Istanbul an Merkel gerichtet. «Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern in Deutschland, bei meinen Minister-Geschwistern, bei meinen Abgeordneten-Geschwistern, die dorthin reisen», sagte Erdogan.

Mit Blick auf Europa sagte Erdogan, dort könnten «Gaskammern und Sammellager» wieder zum Thema gemacht werden, aber «das trauen sie sich nur nicht.» Offen liess Erdogan, wen er mit «sie» genau meinte.

Eiszeit zwischen der Türkei und Deutschland

Wegen der Absage von Wahlkampfauftritten türkischer Politiker sind die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa zurzeit auf einem Tiefpunkt. Trotz heftiger Proteste aus der EU zieht Erdogan immer wieder Nazi-Vergleiche. Das Verhältnis zu Deutschland wird zusätzlich durch die Inhaftierung des «Welt»-Korrespondenten Deniz Yücel belastet.

Erdogan nannte Yücel am Sonntag erneut einen «Agenten und Terroristen». Vor knapp drei Wochen hatte ein Haftrichter in Istanbul nach 13 Tagen Polizeigewahrsam Untersuchungshaft für den Deutsch-Türken Yücel angeordnet. Diese kann fünf Jahre dauern, bis es zur Freilassung oder zum Prozess kommt. Yücel wird Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Volksverhetzung vorgeworfen.

Die Türken stimmen am 16. April über die Einführung eines Präsidialsystems ab, das Erdogan deutlich mehr Macht verleihen und das Parlament schwächen würde. Zur Wahl sind auch 2,9 Millionen wahlberechtigte Türken im Ausland aufgerufen, davon leben fast die Hälfte in Deutschland.

AFP/sep

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