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Durchbruch für den Hilfskonvoi

Ukrainer und Russen haben offenbar eine Lösung für den seit Tagen an der Grenze stehenden russischen Hilfskonvoi gefunden: Ukrainische Beamte und das Rote Kreuz seien bereits dabei, die Lastwagen zu überprüfen.

Sind nun offenbar wieder in der Ukraine: Russische Lastwagen stehen bei Kamensk-Schachtinski, in der Region Rostow. (12. September 2014)
Sind nun offenbar wieder in der Ukraine: Russische Lastwagen stehen bei Kamensk-Schachtinski, in der Region Rostow. (12. September 2014)
Reuters
Eskalation ausgeblieben: Erster Konvoi auf dem Rückweg nach Russland. (23. August 2014)
Eskalation ausgeblieben: Erster Konvoi auf dem Rückweg nach Russland. (23. August 2014)
AP Photo/Sergei Grits
Ein orthodoxer Priester segnet die Lastwagen vor ihrer Abfahrt in Alabino. (12. August 2014)
Ein orthodoxer Priester segnet die Lastwagen vor ihrer Abfahrt in Alabino. (12. August 2014)
AP Photo/RTR, via Associated Press Television
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Der Streit zwischen Moskau und Kiew über den russischen Hilfskonvoi scheint beigelegt: 41 Grenzschützer sowie 18 Zollbeamte seien seit heute 9 Uhr MESZ dabei den russischen Hilfskonvoi zu überprüfen. Die Inspektionen fänden an einem Grenzposten auf russischem Territorium statt, sagte ein ukrainischer Militärsprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Der ukrainische Grenzwachdienst teilte mit, die Kontrollen sollen zusammen mit Vertretern des Roten Kreuzes durchgeführt werden. Gemäss russischen Nachrichtenagenturen ist Russland bereit, alle notwendigen Unterlagen zu zeigen und die Fracht dem Roten Kreuz auszuhändigen. Nach der Überprüfung der rund 280 Lkw solle die Fracht in die nach wie vor von prorussischen Separatisten kontrollierte Stadt Lugansk gebracht werden, sagte Militärsprecher Leonid Matjuchin.

Ziel Luhansk

Die Regierung in Kiew hatte zuvor betont, dass die Verteilung der Hilfsgüter unter die exklusive Aufsicht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) gestellt werden müsse. Die internationale Kontaktgruppe aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) werde den genauen Weg für den Konvoi festlegen, erklärte die Regierung weiter. Die Verantwortung dafür, dass die Separatisten den Konvoi nicht angreifen, liege alleine bei Russland.

Ziel des Hilfskonvois, der kurz vor der Grenze zur Ukraine steht, ist die Rebellenhochburg Luhansk. Die ukrainische Regierung hatte ihn nicht ins Land gelassen und verlangt, die Güter müssten durch das Rote Kreuz kontrolliert werden. Kiew befürchtet, der Konvoi mit seinen mehr als 200 Fahrzeugen könnte eine verdeckte russische Invasion darstellen. Unter den Gütern sind russischen Angaben zufolge unter anderem Babynahrung, Dosenfleisch, mobile Generatoren und Schlafsäcke. Zwölf russische Schützenpanzer sollen den Hilfskonvoi erreicht haben.

Berichte: Russischer Militärkonvoi dringt in Ukraine ein

Laut Medienberichten drang am Donnerstagabend ein russischer Militärkonvoi in die Ukraine ein. 23 Mannschaftstransporter mit russischen Armeekennzeichen hätten die Grenze durch eine Lücke im Stacheldrahtzaun passiert, berichtete die britische Zeitung «The Guardian». Gesichtet wurde der Konvoi demnach nahe der russischen Stadt Donezk, rund 200 Kilometer vom ukrainischen Donezk entfernt. Die Angaben liessen sich zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigen.

Kiew und der Westen werfen Russland seit langem derartige Aktionen vor, um die Separatisten in der Ostukraine zu bewaffnen. Moskau hat dies zurückgewiesen.

Die Ukraine will auch einen eigenen Hilfskonvoi für die notleidende Bevölkerung in den Osten des Landes schicken. Lastwagen würden aus den Städten Kiew, Dnjepropetrowsk und Charkow in Richtung der Region Luhansk starten, kündigte die Regierung am Donnerstag auf ihrer Webseite an.

Nach Angaben der Stadtverwaltung von Luhansk ist die Bevölkerung seit fast zwei Wochen ohne Strom, auch die Gas- und Wasserversorgung sind ausgefallen oder beeinträchtigt. Dort seien nur noch Grundnahrungsmittel erhältlich.

AFP/AP/thu/rub

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