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Ein Moralprozess für den Zuschauer

Dominique Strauss-Kahn ist kein Zuhälter, sagten heute die Richter. Was bleibt? In Lille wurde keine Straftat verhandelt, sondern ein Lebensstil verurteilt. DSK wurde ein Moralprozess gemacht. Und alle schauten zu.

Wollte man wirklich alles wissen? Dominique Strauss-Kahn verlässt seine Wohnung in Paris, um nach Lille zu fahren. Foto: Gonzalo Fuentes (Reuters)
Wollte man wirklich alles wissen? Dominique Strauss-Kahn verlässt seine Wohnung in Paris, um nach Lille zu fahren. Foto: Gonzalo Fuentes (Reuters)

Mehr als drei Jahre nach dem Beginn der sogenannten Carlton-Affäre ist Dominique Strauss-Kahn vom Vorwurf der organisierten Zuhälterei heute vom Strafgerichtshof Lille freigesprochen worden. Bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von 1,5 Millionen Euro hatten dem ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds gedroht. Doch noch vor Prozessbeginn war die Anklage wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. Der Freispruch ist daher keine Überraschung: Selbst die Staatsanwaltschaft hatte für nicht schuldig plädiert. Strauss-Kahn ist jetzt juristisch freigesprochen, aber politisch tot. Das Urteil wirft vor allem ein schlechtes Licht auf die französischen Untersuchungsrichter.

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