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Eine atomare Freundschaft

Berlusconi will in Italien wieder Atomkraftwerke bauen lassen. Dafür will er im Energiebereich eng mit Russland kooperieren.

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat am Montag mit seinem italienischen Amtskollegen Silvio Berlusconi mehrere Energieabkommen abgeschlossen. Berlusconi kündigte bei dieser Gelegenheit den Willen zur baldigen Rückkehr Italiens zur Atomenergie an.

«Innerhalb der nächsten drei Jahre, das heisst bis Ende dieser Legislaturperiode, werden die Bauarbeiten für das erste Atomkraftwerk beginnen», sagte Berlusconi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin in Mailand.

Um die Italiener von den Vorteilen einer Rückkehr zur Atomenergie zu überzeugen, kündigte Berlusconi eine Serie von TV-Spots an, die Italiens öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI senden soll. Italien hat 1987, ein Jahr nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, in einer Volksabstimmung der Atomenergie im eigenen Land abgeschworen. Drei Atomkraftwerke mussten abgeschaltet werden.

Gemeinsame Atomforschung

Beim Treffen in Mailand unterzeichneten Berlusconi und Putin unter anderem ein Memorandum zur Förderung eines Forschungsprogramms in der Atomfusion. Das Abkommen sieht in diesem Bereich gemeinsame Forschungsprojekte vor, die von italienischen und russischen Wissenschaftern entwickelt werden sollen.

Am Rande des Treffens unterzeichneten der Geschäftsführer der italienischen Energiegruppe Enel und der Chef des russischen Stromhändlers Inter RAO, Boris Kowalschuk, ein Abkommen für eine engere Kooperation in der Atomenergie, für den Bau neuer Kraftwerke und zur Steigerung der Stromeffizienz in Russland und in den osteuropäischen Ländern.

Geplant ist der Bau eines neuen Atomkraftwerks in Kaliningrad. Es handle sich um die erste Partnerschaft aus privaten und öffentlichen Gesellschaften im russischen Atomkraftbereich, hiess es in Mailand.

Hilfe für L'Aquila

Am Ende des Treffens wurde zudem ein Abkommen unterzeichnet, demzufolge Russland mit 7,2 Millionen Euro die Restaurierungen einer Kirche und eines Palazzo in der im vergangenen Jahr vom Erdbeben zerstörten Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila finanzieren wird. Auch im Kulturbereich soll es zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Italien und Russland kommen.

Putin und seine Delegation waren in Berlusconis Villa Gernetto, einer Residenz aus dem 18. Jahrhundert unweit von Mailand, zu Gast. Dort berieten die befreundeten Politiker über Themen rund um Energie, bilaterale Kooperation und Entwicklung neuer Technologien.

Diskutiert wurde vor allem über das Gaspipeline-Projekt South Stream, das aus der Zusammenarbeit zwischen der russischen Gruppe Gasprom und dem italienischen Energiekonzern Eni entstanden ist.

SDA/jak

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