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Erdogan lässt Politiker verhaften und PKK bombardieren

Der türkische Präsident kündigte Vergeltung für den Doppelanschlag in Istanbul an. Als erste spüren die prokurdische Partei HDP und die PKK seinen Zorn.

Scharfe Verurteilung der Anschläge: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Mitte) mit seinem Vorgänger Abdullah Gul (r.) und Premierminister Binali Yildirim (l.) bei einer Gedenkveranstaltung für die getöteten Polizisten in Istanbul. (11. Dezember 2016)
Scharfe Verurteilung der Anschläge: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Mitte) mit seinem Vorgänger Abdullah Gul (r.) und Premierminister Binali Yildirim (l.) bei einer Gedenkveranstaltung für die getöteten Polizisten in Istanbul. (11. Dezember 2016)
AP Photo/Emrah Gurel, Keystone
Das Sicherheitsaufgebot ist nach dem Doppelanschlag gross: Spezialeinheiten patrouillieren in Istanbul. (11. Dezember 2016)
Das Sicherheitsaufgebot ist nach dem Doppelanschlag gross: Spezialeinheiten patrouillieren in Istanbul. (11. Dezember 2016)
Yasin Akgul, AFP
Wer hinter den Bluttaten steckt, ist noch unklar. (10. Dezember 2016)
Wer hinter den Bluttaten steckt, ist noch unklar. (10. Dezember 2016)
Ismail Coskun, Keystone
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Nach dem Doppelanschlag in Istanbul sind mehr als hundert Vertreter der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) verhaftet worden. Bei den landesweiten Einsätzen seien unter anderem die HDP-Chefs in Istanbul und Ankara in Gewahrsam genommen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

Den insgesamt 118 Verdächtigen werden demnach Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zur Last gelegt.

PKK-Stellungen im Irak angegriffen

Die türkische Luftwaffe hat heute auch Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak bombardiert. Dies teilten die türkischen Streitkräfte laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit.

Kampfflugzeuge hätten am Sonntagabend das Hauptquartier der kurdischen Rebellen in der nordirakischen Region Sap sowie nahegelegene Bunker und Geschützstellungen zerstört. Die PKK hat seit Jahren ihr Hauptquartier in den Kandil-Bergen im Nordirak und sieht sie sich immer wieder Angriffen der türkischen Luftwaffe ausgesetzt.

Frau erliegt ihren Verletzungen

Die Opferzahl nach den Anschlägen auf die Polizei in Istanbul stieg am Montag derweil auf 39. Eine 28-jährige Frau sei im Spital an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Montag.

Die zwei Bombenanschläge im Istanbuler Viertel Besiktas am Samstagabend richteten sich gegen diensthabende Polizisten. 30 Polizeibeamte wurden dabei getötet. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums handelte es sich dabei um eine Autobombe und einen Selbstmordattentäter. Zu den Anschlägen bekannte sich die «Freiheitsfalken Kurdistans» (TAK).

Die TAK gilt als Splittergruppe der PKK, doch ist das Verhältnis der beiden Gruppierungen unklar. Die TAK hatte sich in den vergangenen Monaten wiederholt zu Anschlägen in Istanbul, Ankara und anderen Städten bekannt.

Verhaftungswelle gegen Kurden

Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte nach dem Doppelanschlag Vergeltung an. Die Attentäter würden «einen hohen Preis zahlen», sagte er.

Die türkischen Sicherheitskräfte gehen bereits seit dem gescheiterten Militärputsch im Juli hart gegen kurdische Oppositionspolitiker vor. Unter anderem wurden die beiden Ko-Vorsitzenden der HDP festgenommen. Zudem wurden dutzende prokurdische Bürgermeister im Südosten des Landes festgenommen.

AFP/sda/rub

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