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Erdogans wahre Ziele für die Türkei

Präsident Erdogan wolle den gescheiterten Putsch dazu nutzen, die Vorherrschaft der konservativ-religiösen Türken im Land unumkehrbar zu machen, sagt die langjährige Türkei-Korrespondentin Susanne Güsten im Interview.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will nicht nur die Gülen-Bewegung zerschlagen, sondern die türkische Gesellschaft grundsätzlich umbauen.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will nicht nur die Gülen-Bewegung zerschlagen, sondern die türkische Gesellschaft grundsätzlich umbauen.
Keystone

Frau Güsten, seit dem gescheiterten Putsch ist eine gewaltige Säuberungswelle im Gang. Geht es nur um Anhänger der Gülen-Bewegung, oder sind auch andere Gruppen im Visier?Susanne Güsten: Die Regierung sagt, es gehe ihr lediglich um eine möglichst umfassende Aufklärung der Verschwörung. Kritiker aber warnen vor einer allgemeinen Hexenjagd auf Gegner von Präsident Erdogan. So stehen auch Journalisten, die nichts mit der Gülen-Bewegung zu tun haben, wohl aber für ihre kritische Berichterstattung über die Regierung bekannt sind, auf den Festnahmelisten der Behörden. Dasselbe gilt für Landräte, Richter, Staatsanwälte, Polizisten und Soldaten – wenn man der Regierung glaubt, waren mehreren Zehntausend Menschen an den Plänen für den Umsturz beteiligt oder mit den Verschwörern verbündet: das ist eine Zahl, die misstrauisch stimmt.

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