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EU will Klonfleisch in Lebensmitteln verbieten

In Europa dürfen auch künftig keine geklonten Tiere gegessen werden – die EU-Kommission hat entsprechende Richtlinien erlassen. Doch das Verbot bezieht sich nicht auf deren Nachkommen.

rbi
Die Europäer wissen zurzeit nicht, ob das von ihnen verzehrte Fleisch von Nachkommen von Klontieren stammt: Ein Metzger legt in seinem Laden in Stuttgart ein Stück Fleisch in die Verkaufstheke. (Archivbild)
Die Europäer wissen zurzeit nicht, ob das von ihnen verzehrte Fleisch von Nachkommen von Klontieren stammt: Ein Metzger legt in seinem Laden in Stuttgart ein Stück Fleisch in die Verkaufstheke. (Archivbild)
Keystone

Geklonte Tiere sollen auch künftig in der EU nicht gegessen werden dürfen. Die EU-Kommission legte heute in Brüssel zwei Entwürfe für Richtlinien vor, mit denen das Klonen von Tieren für die Lebensmittelproduktion und die Verwendung von Fleisch geklonter Tiere verboten werden.

Das Verbot bezieht sich allerdings nicht auf Nachkommen von geklonten Tieren. Die Kommission werde noch eingehend prüfen, ob Fleisch von Klon-Nachkommen gekennzeichnet werden könne und solle, sagte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg. «Dies sorgt für eine klare EU-Politik, die den Sorgen um das Wohl der Tiere und der Wahrnehmung der Verbraucher entspricht», sagte Borg weiter.

Widerstand im EU-Parlament

In einer Mitteilung der Kommission heisst es, Klonfleisch solle aus ethischen Gründen verboten werden. Eine Studie der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit habe keine Hinweise gefunden, dass Klonfleisch gesundheitsschädlich sei.

Im EU-Parlament formierte sich bereits Widerstand dagegen, dass das Fleisch von Klon-Nachkommen nicht gekennzeichnet werden soll. Das EU-Parlament hatte schon 2011 eine Klon-Gesetzgebung an der fehlenden Kennzeichnung von Nachkommenfleisch scheitern lassen.

«Wir waren der Ansicht, dass die sehr komplexe Option einer Kennzeichnung des Nachkommenfleischs mehr Zeit erfordert, damit wir eine umfassende Folgen- und Machbarkeitsstudie vornehmen können», sagte Borg.

Es treffe zu, dass derzeit und auch in Zukunft jederzeit Nachkommen von geklonten Tieren in der EU vermarktet werden könnten. Wissenschaftlich sei es nicht möglich, geklonte und nicht geklonte Tiere zu unterscheiden. Er wolle aber nicht ausschliessen, dass die Kommission noch eine Kennzeichnungspflicht vorschreibe.

Keine geklonten Tiere in der Schweiz

In der Schweiz gibt es laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kein Klonfleisch. Auf der BAG-Website heisst es, es seien weder Tiere geklont noch geklonte Tiere importiert worden. Obwohl Klonfleisch gesundheitlich unbedenklich sei, gebe es ethische Einwände gegen das Klonen.

Nachkommen von geklonten Tieren leben aber auch hierzulande: In der Schweiz lebten einige hundert Rinder, unter deren Vorfahren in zweiter oder dritter Generation geklonte Tiere gewesen seien, teilte BAG-Sprecherin Sabina Helfer auf Anfrage mit.

Das BAG verfolge bei diesem Dossier die internationale Entwicklung – namentlich in der EU, sagte Helfer. Dabei prüfe man, ob rechtliche Grundlagen angepasst oder präzisiert werden müssten.

Im Entwurf zur Totalrevision des Lebensmittelgesetzes ist bereits eine Grundlage für zukünftige Massnahmen gelegt worden. Es wurde eine Bestimmung eingefügt, die es dem Bundesrat erlauben wird, das Klonen von Tieren einzuschränken oder gar zu verbieten. Zur Zeit befasst sich das Parlament mit der Vorlage.

(SDA)

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