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«Frankreich hat eine historische Chance verpasst»

Der Verfassungsrat in Frankreich hat gegen die gleichgeschlechtliche Ehe entschieden. Demnach haben zwei Frauen, die zusammen vier Kinder aufziehen, kein Recht auf Heirat. Homosexuellen-Verbände protestieren.

«Die Diskriminierung von drei Millionen Schwulen und Lesben in Frankreich ist unerträglich»: Caroline Mécary, Anwältin von Homosexuellen-Verbänden.
«Die Diskriminierung von drei Millionen Schwulen und Lesben in Frankreich ist unerträglich»: Caroline Mécary, Anwältin von Homosexuellen-Verbänden.
AFP

Die Initiative, auch die Homo-Ehe für verfassungsmässig zu erklären, war von einem lesbischen Paar ausgegangen. Die beiden Frauen leben seit 14 Jahren zusammen und haben vier Kinder. Mit einer Ehe wollten sie Fragen des Sorgerechts sowie des Erbes im Todesfall eines Partners geklärt wissen.

Der Verfassungsrat verwies darauf, dass auch in einer Partnerschaft ein «normales Familienleben» garantiert sei. Die Frage der Gleichheit vor dem Gesetz, die das Lesbenpaar ebenfalls aufgeworfen hatte, müsse die Politik klären.

«Unerträgliche Diskiriminierung»

«Der Verfassungsrat hat eine historische Gelegenheit verpasst, die unerträglich gewordene Diskriminierung von mehr als drei Millionen Schwulen und Lesben in Frankreich zu beenden», kritisierte die Anwältin von Homosexuellen-Verbänden, Caroline Mécary.

Laut einer Umfrage sind 58 Prozent der Franzosen für die Homo-Ehe. In Europa ist die gleichgeschlechtliche Ehe in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Norwegen, Schweden, Portugal und Island erlaubt.

SDA/pbe

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