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Frankreich nimmt Abschied von Chirac

Der ehemalige Präsident wird am Montag in Paris beigesetzt. Ihm zu Ehren wurde eine eintägige Staatstrauer ausgerufen.

Zwölf Jahre lang war er Präsident Frankreichs: Jacques Chirac ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Zwölf Jahre lang war er Präsident Frankreichs: Jacques Chirac ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Philippe Wojazer, Reuters
Er prägte wie kaum ein anderer Politiker über Jahrzehnte das Bild Frankreichs: Jacques Chirac macht Spässe mit seinen Anhängern 1988 im Bordeaux.
Er prägte wie kaum ein anderer Politiker über Jahrzehnte das Bild Frankreichs: Jacques Chirac macht Spässe mit seinen Anhängern 1988 im Bordeaux.
Regis Duvignau, Reuters
Als erstes ehemaliges Staatsoberhaupt Frankreichs wurde Chirac vor Gericht gestellt und im Dezember 2011 – unter anderem wegen Untreue – zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. (14. August 2011)
Als erstes ehemaliges Staatsoberhaupt Frankreichs wurde Chirac vor Gericht gestellt und im Dezember 2011 – unter anderem wegen Untreue – zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. (14. August 2011)
Sebastien Nogier, Reuters
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Mit einer grossen Trauerfeier im Pariser Invalidendom nimmt Frankreich am Sonntag Abschied von dem verstorbenen früheren Präsidenten Jacques Chirac. Die Zeremonie ist ab 14.00 Uhr geplant, wie die Familie und der Elysée-Palast am Freitag mitteilten.

Am Montag soll Chirac dann im kleinsten Kreis auf dem Pariser Friedhof Montparnasse beigesetzt werden. Präsident Emmanuel Macron würdigte den früheren Staatschef als «grossen Franzosen» und als «herausragende politische Persönlichkeit».

Auf Wunsch der Familie soll die Zeremonie im Invalidendom Chiracs Rolle als volksnaher Staatschef unterstreichen. Die Franzosen sollen demnach die Möglichkeit erhalten, sich um den Sarg ihres ehemaligen Präsidenten zu versammeln.

Dies würdige «die starke Beziehung, die Jacques Chirac zu den Franzosen hatte», sagte sein Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux, der mit Chiracs Tochter Claude verheiratet ist. «Alle die ihn lieben, können kommen», betonte er mit Blick auf die Trauerfeier im Invalidendom.

Hunderte Menschen trugen sich im Elysée-Palast in Kondolenzbücher ein. Chirac sei ein «grosser Humanist» gewesen, schrieb ein Besucher. Der Ex-Staatschef bleibe in Erinnerung, weil er Frankreich im Ausland würdig vertreten habe, schrieb ein anderer. Noch bis Sonntag steht der Elysée-Palast für Besucher offen.

Eintägige Staatstrauer

Am Montag soll Chirac auf dem Friedhof Montparnasse in dem Grab beigesetzt werden, in dem bereits seine 2016 gestorbene Tochter Laurence liegt. Dies entspreche dem Wunsch seiner Frau Bernadette, hiess es.

Am Montag wird Chirac zudem mit einer eintägigen Staatstrauer und einer Totenmesse in der Kirche Saint-Sulpice in Paris geehrt. An der Messe nimmt auch Macron teil. Um 15.00 Uhr ist dann in Schulen und Behörden eine Schweigeminute geplant. Chirac gehe nun «in die Geschichte» Frankreichs ein, hatte Macron am Donnerstagabend bei einer Fernsehansprache gesagt.

Chirac war am Donnerstagmorgen im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Er war von 1995 bis 2007 Präsident Frankreichs. Zuvor war er Premierminister des Landes und Bürgermeister von Paris.

Die Pariser Stadtverwaltung liess Bilder Chiracs auf eine Leinwand auf dem Vorplatz des Rathauses projizieren. Das Rathaus sagte unter Rücksichtnahme auf die Trauerfeiern mehrere Veranstaltungen ab. Auch eine für Montag geplante Grundsatzdebatte zur Flüchtlingspolitik in der Pariser Nationalversammlung wurde aufgeschoben.

SDA

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