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Vor der Berliner Abstimmung über die Griechenland-Hilfe sorgt «Bild» für Aufregung. Die Reaktionen folgen prompt.

«Ausdrucken, hochhalten und Selfie machen»: Ein Screenshot der Internetseite der «Bild»-Zeitung.
«Ausdrucken, hochhalten und Selfie machen»: Ein Screenshot der Internetseite der «Bild»-Zeitung.

Die Verlängerung der Finanzhilfen für Griechenland dürfte morgen im Bundestag eine deutliche Zustimmung finden. Sowohl CDU/CSU wie auch die SPD werden grossmehrheitlich dafür votieren.

Dass die Hilfe für Griechenland so wenig Gegner findet, passt nicht allen. Die «Bild»-Zeitung, grösste Tageszeitung Deutschlands, fällt heute mit einem ganzseitigen «Nein» auf. «Keine weiteren Milliarden für die gierigen Griechen», heisst es darunter. Zudem ruft die Zeitung ihre Leser dazu auf, Bilder von sich und der Zeitungsseite zu machen und sie der «Bild» zu schicken.

Zumindest bei einem Teil der Internetgemeinde kommt die Aktion überhaupt nicht an. Der deutsche Medienjournalist Stefan Niggemeier kommentiert die Aktion mit Sarkasmus. Der Herausgeber des Medien-Watchblogs «Bildblog», der die Beziehung zwischen Griechenland und der «Bild»-Zeitung immer wieder kritisch beleuchtet, schreibt, offenbar habe die «Bild» festgestellt, bisher zu sachlich über Griechenland berichtet zu haben.

Satiremagazin zieht nach

Viele Nutzer teilen Niggemeiers Ablehnung der Aktion: Sein Tweet wurde bisher fast 200-mal weiterverbreitet. Andere Leute fragen sich, ob die Aktion der Boulevardzeitung Satire sei oder bemängeln fehlende Sachlichkeit in der Forderung und sprechen von «Hetze» oder «Brandstiftung». Angeblich wurde gegen den Artikel auch schon eine Beschwerde beim deutschen Presserat eingereicht:

Bereits hat die bekannte Satireseite «Der Postillon» die Aktion der «Bild» auf die Schippe genommen. «‹Bild›-Zeitung zieht Truppen für Invasion Griechenlands zusammen», spottete das Portal. In einer fingierten Newsmeldung berichtete der «Postillon»: «Sobald die militärischen Kapazitäten ausreichen, soll die Armee aus sogenannten ‹Bild›-Lesersoldaten unter Führung von Generalfeldmarschall Kai Diekmann den schwer verschuldeten EU-Staat Griechenland angreifen, die schönsten Inseln annektieren und den Rest des Landes aus der Eurozone werfen.» Auch die Satiremeldung wird rege verbreitet.

Auch die Zeitung «Die Welt» kann den griechischen Reformen nicht viel abgewinnen. In einem Kommentar schrieb sie gestern in Bezug auf Griechenland von «Politikern, die seit Jahrzehnten das Volk mit fremdem Geld beschenken, belügen und betrügen». Die «Welt» gehört – wie die «Bild»-Zeitung – zum Axel-Springer-Konzern.

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