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Geschwächte IWF-Chefin – geschwächtes Europa

Paris-Korrespondent Stefan Brändle zum Schuldspruch gegen Christine Lagarde.

Der französische Gerichtshof der Republik ist ein seltsames Gremium: Es befindet einzig und nur alle paar Jahre wieder über Spitzenpolitiker. Sein Verdikt in Sachen Christine ­Lagarde ist nicht minder sonderbar: Es spricht die Chefin des Internationalen Währungsfonds wegen Fahrlässigkeit schuldig, verzichtet aber auf eine Strafe. Und das mit einem noch erstaunlicheren Argument: Auf dem Spiel stehe letztlich auch Lagardes «gute internationale Reputation».

Eine solche Sichtweise ist vor allem bedauerlich für die Reputation der französischen Justiz. Sie stellt mit der Verurteilung zwar ihre Unabhängigkeit vor der französischen Politik unter Beweis. Dafür vertritt sie französische Interessen – und das ist juristisch doch eher fragwürdig.

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