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Ghadhafi, Merkel und andere Scheinheilige

Sport und Politik: Das libysche Regime stellt das Internationale Olympische Komitee auf die Probe. Ein Kommentar von Christian Brüngger.

«Sport und Politik sind seit jeher eng verbunden»: Schlussfeier der Olympiade in Peking 2008.
«Sport und Politik sind seit jeher eng verbunden»: Schlussfeier der Olympiade in Peking 2008.
Keystone

Der britische Premierminister David Cameron war irritiert, als er hörte: Muammar al-Ghadhafis ältester Sohn Mohammed, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Libyen, hatte knapp 1000 Tickets für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London bestellt. Eine bestimmte Zahl steht jedem Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) zu. Doch ein Schaulaufen des Despoten zur besten Sendezeit und vor Millionen Fernsehzuschauern hätte das Fest der Jugend und vor allem die Organisatoren schlecht aussehen lassen. Also hat das erschreckte IOK jetzt beschlossen, das Ticketkontingent für Libyen auf Eis zu legen. Das grundsätzliche Problem bleibt den Sportfunktionären aber erhalten: Unrechtsregime wie jene in Zimbabwe und Burma beanspruchen über ihre nationalen olympischen Verbände Billette für die Spiele.

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