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Griechische Küstenwache rettet über 600 Flüchtlinge

Hunderte Migranten haben versucht auf die Inseln der Ägäis zu gelangen. Ein Kind ist im Krankenhaus gestorben.

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien und Afghanistan: Ein Schlauchboot vor der griechischen Insel Kos. (15. August 2015)
Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien und Afghanistan: Ein Schlauchboot vor der griechischen Insel Kos. (15. August 2015)
Lefteris Pitarakis, Keystone

Die griechische Küstenwache hat im Mittelmeer mehr als 600 Flüchtlinge gerettet. 534 Migranten seien seit Dienstagmorgen bei 14 verschiedenen Einsätzen vor den ostägäischen Inseln Lesbos, Chios, Agathonissi, Samos, Farmakonissi und Kos aufgegriffen worden, teilte die Küstenwache am Mittwoch mit. Weitere 108 seien im Laufe des Mittwochs vor Chios und Agathonissi gerettet worden. Aus einem Schlauchboot mit 54 Flüchtlingen sei ein zwei- bis dreijähriges Kind bewusstlos geborgen und ins Krankenhaus gebracht worden. Der kleine Junge sei später im Krankenhaus gestorben, woran, solle eine Autopsie klären.

Seit Januar sind bereits 160'000 Flüchtlinge nach Griechenland gelangt, die meisten von ihnen stammen aus Syrien und Afghanistan. Im vergangenen Jahr waren es 43'500, wie aus Aufstellungen des Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervorgeht. Kaum einer der Flüchtlinge will in Griechenland bleiben, das wegen der Schuldenkrise mit einer Arbeitslosenquote von 26 Prozent zu kämpfen hat. Stattdessen versuchen sie über Mazedonien und den Balkan in Richtung Deutschland und Skandinavien zu gelangen.

Flüchtlinge sitzen fest

Die Behörden auf den griechischen Inseln sind von der schieren Masse der Migranten heillos überfordert. Weil in der Ferienzeit viele Fähren ans Festland ausgebucht sind, kommen die Flüchtlinge auch oft nicht von dort weg. In Kos wurde deshalb eine eigene Fähre bereitgestellt, die am Mittwochmorgen mit 1308 Flüchtlingen an Bord in See stach. Sie werde weitere Migranten in Kalymnos und Leros an Bord nehmen, bevor sie weiter in die nordgriechische Hafenstadt Thessaloniki fahre.

Nahe der Grenze zwischen der Türkei und Syrien kam es zu einem Bootsunglück, bei dem neun Migranten ertranken. Das Boot mit insgesamt 40 Palästinensern aus einem syrischen Flüchtlingslager sei gekentert, als es gerade in türkische Hoheitsgewässer gelangt war, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Die Überlebenden seien in türkische Krankenhäuser gebracht worden. Das Boot hatte den Angaben zufolge am Montag in der nordlibanesischen Stadt Tripoli abgelegt. Die Insassen stammten aus dem Flüchtlingslager Jarmuk bei Damaskus, das die Terrormiliz Islamischer Staat im Mai erobert hatte.

SDA/slw

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