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Griechische Polizei macht Razzia bei Neonazi-Partei

Ein Bodyguard eines Abgeordneten der griechischen Rechtsaussen-Partei Chrysi Avgi wurde nach einer Hausdurchsuchung festgenommen. Er soll zusammen mit Neonazis gewalttätig geworden sein.

Ein Chrysi-Avgi-Mitglied soll den Rapper Pavlos Fyssos erstochen haben: In Athen demonstrieren die Menschen gegen Gewalt. (22. September 2013)
Ein Chrysi-Avgi-Mitglied soll den Rapper Pavlos Fyssos erstochen haben: In Athen demonstrieren die Menschen gegen Gewalt. (22. September 2013)
Reuters

Die griechische Polizei hat am späten Dienstagabend Räume der Neonazi-Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) durchsucht. Ort der Razzia war nach Angaben aus Ermittlerkreisen eine Gemeinde im Zentrum des Landes.

Ein 45 Jahre alter Polizist sei von seinen Kollegen festgenommen worden. Der Mann arbeitet demnach als Bodyguard für einen Abgeordneten der Partei.

Er war bereits im September 2012 vom Polizeidienst suspendiert worden. Der Mann soll zusammen mit einem Politiker der Partei und weiteren Neonazis Strassenstände von Einwanderern verwüstet haben.

Jagdgewehr beschlagnahmt

Bei der Durchsuchung wurden den Angaben zufolge persönliche Besitztümer des Polizisten beschlagnahmt. Auch Munition für ein Jagdgewehr, die ihm gehören soll, stellte die Polizei sicher.

Hintergrund der Razzia sind Verbindungen zwischen der Neonazi-Partei und den Sicherheitskräften, die nach dem Mord an einem linksgerichteten Musiker in den Fokus gerückt waren.

Ein Anhänger von Chrysi Avgi hat zugegeben, den Rapper Pavlos Fyssos in der vergangenen Woche erstochen zu haben. Er berief sich auf Notwehr.

Zahlreiche Rücktritte von Polizeichefts

Nach dem Mord legten nach Angaben vom Montag die regionalen Polizeichefs für Süd- und Zentralgriechenland ihre Ämter nieder. Ausserdem wurden mehrere hochrangige Polizisten auf der Insel Evia des Dienstes enthoben, nachdem sie es versäumt hatten, einen Waffenfund in einem Parteibüro von Chrysi Avgi zu untersuchen.

Seit den Wahlen im Juni 2012 ist die Neonazi-Partei erstmals im griechischen Parlament vertreten und verfügt dort über 18 der 300 Mandate. Bisher blieb die Partei weitgehend unbehelligt. Seit dem Mord an Fyssos greifen die griechischen Behörden aber verstärkt gegen Chrysi Avgi durch.

SDA/chk

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