Zum Hauptinhalt springen

Hochspannung in Grossbritannien – wer wird «Königsmacher»?

Die Wahllokale sind geöffnet, Premier Cameron und Herausforderer Miliband hoffen auf die Gunst der Wähler. Alleine könnte aber wohl keiner der beiden regieren.

Geht leer aus: Ukip-Chef Nigel Farage landet im Wahlbezirk South Thanet nur auf dem zweiten Rang. (8. Mai 2015)
Geht leer aus: Ukip-Chef Nigel Farage landet im Wahlbezirk South Thanet nur auf dem zweiten Rang. (8. Mai 2015)
Suzanne Plunkett, Reuters
Schwerer Gang: Ed Miliband und seine Frau Justine Thornton kommen in der Labour-Parteizentrale in London an. (8. Mai 2015)
Schwerer Gang: Ed Miliband und seine Frau Justine Thornton kommen in der Labour-Parteizentrale in London an. (8. Mai 2015)
Paul Hackett, Reuters
Wählen ist Ehrensache: Ein Veteran der Royal Army wird in London nach seiner Stimmabgabe hinausbegleitet. (7. Mai 2015)
Wählen ist Ehrensache: Ein Veteran der Royal Army wird in London nach seiner Stimmabgabe hinausbegleitet. (7. Mai 2015)
Paul Hackett, Reuters
1 / 29

In Grossbritannien haben die Wahllokale zur Unterhauswahl geöffnet. Britinnen und Briten wählen ein neues Parlament, von 8.00 bis 23.00 Uhr (MESZ) können sie dafür ihre Stimme abgeben.

Seit dem Morgen haben die Wahllokale geöffnet. Video: Reuters

Wer künftig in Grossbritannien regieren wird, ist laut Umfragen völlig offen. Erwartet wird ein knappes Rennen zwischen dem konservativen Premierminister David Cameron und seinem Herausforderer Ed Miliband von der linken Labour-Partei.

Chancen stehen 50/50

Wahlforscher sahen die Chancen für die beiden Politiker bei 50 Prozent. Ob Cameron seine Regierungskoalition mit den Liberaldemokraten fortführen können wird, ist fraglich. Experten befürchten nach der Wahl eine Hängepartie, sollten keine klaren Mehrheit zustande kommen. Die britische Wahl wird in ganz Europa mit grossem Interesse verfolgt.

Cameron kämpft um seine Wiederwahl und damit um sein politisches Überleben. Im Fall einer Niederlage muss er wohl auch den Vorsitz der Tories abgeben. In den letzten Tagen des Wahlkampfes gab er noch einmal Gas, um sich als hochmotivierter Premier des Vereinigten Königreichs zu präsentieren. In Konferenzräumen und Fabrikhallen trat er ohne Jackett oder Schlips auf, mit hochgekrempelten Hemdsärmeln. Zuletzt gestand er ein, durchaus nervös zu sein.

Labour verspricht Kurskorrektur

Cameron verwies im Wahlkampf vor allem auf die guten Wirtschaftsdaten, rückläufige Arbeitslosenzahlen und niedrigeZinsen. Darüber hinaus spielte das von Cameron versprochene Referendum über einen möglichen EU-Austritt Grossbritanniens eine zentrale Rolle.

Labour verspricht nach fünf Jahren eines strikten Sparkurses in den öffentlichen Haushalten eine Kurskorrektur. Miliband, den Kritiker «Red Ed» («Roter Ed») nennen, will Etateinschnitte abmildern, Steuern für die Reichen anheben und die Rechte geringverdienender Arbeiter schützen. Im BBC-Radio sagte Miliband, er dulde keine Niederlage. «Ich konzentriere mich darauf, die Wahl zu gewinnen», sagte der Labour-Chef. Die Liberaldemokraten, bisher Koalitionspartner der Konservativen, hoffen erneut auf die Rolle als Königsmacher.

Erfolg der schottischen Nationalisten erwartet

Als sicher gilt ein grosser Erfolg der schottischen Nationalisten von der SNP. Ihnen wird im Norden von Grossbritannien ein überwältigender Sieg mit über 50 der 59 dort zu vergebenden Sitze vorausgesagt. Die SNP könnte eine Labour-Minderheitsregierung tolerieren.

Mit Spannung wird das Abschneiden der rechtspopulistischen, EU-feindlichen UK Independence Party (UKIP) von Nigel Farage erwartet. Ihr werden zwar kaum Chancen eingeräumt, nach der Wahl politisch gross mitzumischen, aber bis zu 15 Prozent der Stimmen könnte die Partei, die Grossbritannien aus der Europäischen Union lösen will, auf der Insel bekommen.

SDA/rar

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch