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Hollande bezeichnet Sarkozy als Widerling

François Hollande kämpft mit harten Bandagen: Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat soll seinen Konkurrenten Nicolas Sarkozy vor Journalisten beleidigt haben. Es hagelt Kritik.

Wird wegen seiner Aussage stark kritisiert: Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat, François Hollande.
Wird wegen seiner Aussage stark kritisiert: Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat, François Hollande.
AFP

Der Ton im französischen Wahlkampf wird rauer: Die konservative Regierungspartei UMP reagierte heute mit Empörung auf Berichte, wonach der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande den Präsidenten Nicolas Sarkozy als Widerling bezeichnet haben soll.

Die Ministerin für Ausbildung und berufliche Bildung, Nadine Morano, forderte von Hollande eine «öffentliche Entschuldigung». Die Bemerkungen seien «unerträglich und unerhört». Regierungssprecherin Valérie Pécresse verlangte eine Erklärung, sollte die Aussage von Hollande so getroffen worden sein.

Aussage «off the records»

Hollande hatte gestern einige Journalisten zum Mittagessen eingeladen, darunter auch einen Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Das Gespräch war «off the records», die Aussagen durften also eigentlich nicht verbreitet werden. Dennoch berichtete die Zeitung «Le Parisien» heute über Hollandes Widerling-Aussage.

Tatsächlich hatte der sozialistische Präsidentschaftskandidat in der Runde so getan, als ob er als Sarkozy zu den Franzosen spreche, und hatte ironisch gesagt: «Ich bin der Präsident des Misserfolgs, ich bin ein Widerling, aber in diesen schwierigen Zeiten bin ich der einzig Handlungsfähige...» Sarkozy werde versuchen, sich im Wahlkampf als der «mutige Steuermann» zu präsentieren, sagte Hollande weiter.

Unwürdiges Verhalten

Verteidigungsminister Gérard Longuet nannte Hollande heute einen «schlechten Kandidaten», denn wenn er den Wahlkampf so beginne, dann könne dieser nur mittelmässig werden. Aussenhandelsstaatssekretär Pierre Lellouche wandte sich gegen «persönliche Angriffe» im Wahlkampf. Hollande habe einen «grossen Fehler» begangen. Ex-Industrieminister Christian Estrosi erklärte Hollandes Verhalten für «eines Präsidentschaftskandidaten unwürdig». Es sei «auf persönlicher Ebene niederträchtig, aber auf politischer Ebene auch gefährlich», weil das Amt des Präsidenten herabgewürdigt werde.

Innenminister Claude Guéant nannte die Bemerkungen im Sender Europe 1 «untragbar». Viele Mitarbeiter Hollandes liessen sich zu Beleidigungen und lügnerischen Aussagen hinreissen, kritisierte er.

AFP/wid

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