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Hollandes Fiasko

Frankreich-Korrespondent Stefan Brändle über den Verzicht auf das Gesetz zum Entzug der Staatsbürgerschaft.

Welch Unterschied! Am 16. November, drei Tage nach den furchtbaren Attentaten von ­Paris, hatte François Hollande als energischer Landesretter eine Rednertribüne erklommen, um mit starker Stimme zu erklären, ein Terrorist verdiene es nicht, Franzose zu sein. Am Mittwoch musste er am Fernsehen kleinlaut und betreten bekannt geben, er lasse den Plan fallen.

Die Franzosen verfolgten das politische Schattenfechten seit November einigermassen konsterniert. Sie billigten zwar in Umfragen die Verfassungsreform, die auch eine rechtliche Verankerung des Ausnahmezustandes vorgesehen hatte. Viel näher liegen ihnen aber Themen wie die Rekordarbeitslosigkeit. Und genau deshalb ist Hollande gemäss den Politbarometern so unbeliebt, wie kein Präsident vor ihm es jemals war.

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