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«Hummer-Affäre» kostet Macrons Umweltminister den Kopf

François de Rugy soll aus Steuergeldern Festgelage veranstaltet haben. Er selbst spricht von «medialer Lynchjustiz».

Gut gegessen aber nur kurz im Amt: François de Rugy stolpert über die «Hummer-Affäre». Foto: Charles Platiau/Reuters
Gut gegessen aber nur kurz im Amt: François de Rugy stolpert über die «Hummer-Affäre». Foto: Charles Platiau/Reuters

Nach nur gut zehn Monaten im Amt tritt Frankreichs Umweltminister im Zuge einer «Hummer-Affäre» zurück. Er habe sein Rücktrittsgesuch an Premierminister Edouard Philippe überreicht, erklärte der 45-Jährige am Dienstag. Medienberichten zufolge hatte er als früherer Präsident der Nationalversammlung wiederholt Festgelage aus öffentlichen Mitteln gegeben, bei denen Hummer und Champagner gereicht worden sein sollen. De Rugy selbst bezeichnet sich als Opfer einer «medialen Lynchjustiz».

Für Präsident Emmanuel Macron ist der Rücktritt ein Dämpfer: Erst vor knapp einem Jahr war de Rugys Vorgänger Nicolas Hulot als Umweltminister zurückgetreten. Der beliebte frühere Fernsehmoderator begründete dies mit dem mangelnden Engagement der Regierung für den Klima- und Umweltschutz.

Die Regierung hatte nach den Medienberichten über de Rugy eine Untersuchung eingeleitet und angekündigt, er müsse womöglich veruntreute Gelder zurückzahlen. Nach einem Bericht der Online-Zeitung «Mediapart» gab de Rugy als Unterhaus-Vorsitzender zwischen Oktober 2017 und Juni 2018 rund zehn Abendessen, bei denen auch teure Weine gereicht wurden. Die Gäste sollen grösstenteils aus dem Umfeld von de Rugys Frau Séverine gestammt haben, die Journalistin bei dem Magazin «Gala» ist.

De Rugy kündigte nun eine Verleumdungsklage gegen «Mediapart» an. Die Online-Plattform hatte unter anderem auch berichtet, de Rugy miete trotz seiner hohen Besoldung eine Sozialwohnung in der Provinz. Wegen ähnlicher Vorwürfe hatte der Umweltminister vergangene Woche seine Kabinettschefin entlassen.

(AFP)

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