Immer mehr junge Briten registrieren sich für Neuwahl

Die Zahl der Registrationen hat sich angesichts der Debatte über eine mögliche Neuwahl verdreifacht. Diese Woche registrierten sich täglich über 66'000 Menschen.

«Die Wähler scheinen motiviert zu sein, ihre Stimme zum Brexit abzugeben», schrieb die Nachrichtenagentur PA. Foto: Reuters

«Die Wähler scheinen motiviert zu sein, ihre Stimme zum Brexit abzugeben», schrieb die Nachrichtenagentur PA. Foto: Reuters

Angesichts der Debatte über eine mögliche Neuwahl in Grossbritannien lassen sich immer mehr junge Briten als Wähler registrieren. Die Anträge zur Registrierung von Neuwählern hätten in dieser Woche «dramatisch» zugenommen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstag.

Im August hatten im Schnitt knapp 22'000 Menschen täglich beantragt, sich als Wähler zu registrieren. In dieser Woche seien es im Schnitt bereits mehr als 66'000 Menschen pro Tag gewesen. Die Zahl hat sich also verdreifacht.

Brexit-Hardliner geben auf

Die Anträge kämen vor allem von Menschen im Alter von 34 Jahren oder jünger. «Die Wähler scheinen motiviert zu sein, ihre Stimme zum Brexit abzugeben», schrieb PA. Der britische Premierminister Boris Johnson will Grossbritannien unbedingt am 31. Oktober aus der EU führen. Gegen den Willen Johnsons billigte das Unterhaus am Mittwochabend einen Gesetzentwurf, mit dem ein EU-Austritt des Landes ohne Abkommen verhindert werden soll.

Brexit-Hardliner im Oberhaus gaben ihren Protest gegen das Gesetz in der Folge auf. Es scheint damit so gut wie sicher, dass es noch rechtzeitig vor einer mehrwöchigen Zwangspause des Parlaments in Kraft treten könnte.

Mit Spannung wird nun erwartet, ob Johnson einen weiteren Versuch unternimmt, eine Parlamentsneuwahl herbeizuführen. Am Mittwochabend war ein erster Anlauf dazu gescheitert - Johnson verfehlte die nötige Zweidrittelmehrheit im Unterhaus klar. Sollte es zu einer Neuwahl am 15. Oktober kommen, wie derzeit im Gespräch, wäre der 27. September der letztmögliche Tag, sich registrieren zu lassen, schrieb die Zeitung «Guardian» am Mittwoch. Regulär wäre der nächste Wahltermin der 5. Mai 2022.

step/sda

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