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Irakkrieg war «nicht das letzte Mittel»

Der britische Ex-Premier muss sich harsche Kritik für die Irak-Invasion im Jahr 2003 unter US-Führung anhören: Diese sei voreilig und ohne Weitsicht gewesen.

Schwere Fehler: John Chilcot erläutert seine Erkenntnisse.

Die Chilcot-Kommission präsentiert heute ihre Ergebnisse zu Grossbritanniens Beteiligung an der Invasion des Irak im Jahr 2003. Sie wirft der damaligen Regierung schwere Fehler vor. Die politische Entscheidung sei gefallen, bevor alle «friedlichen Optionen für eine Entwaffnung» des Irak unter Machthaber Saddam Hussein ausgeschöpft worden seien, sagte der Kommissionsvorsitzende John Chilcot.

Die These, dass Machthaber Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitze, sei mit einer nicht gerechtfertigten Sicherheit vorgetragen worden, heisst es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Auch seien vor der Invasion nicht alle friedlichen Mittel ausgeschöpft worden. Die Vorbereitung des Kriegs sei völlig unzureichend gewesen. Die Kommission legte sich aber nicht fest, ob die Invasion damals legal oder illegal gewesen sei.

Über 100'000 Tote

Der damalige US-Präsident George W. Bush hatte den Irak unter Machthaber Saddam Hussein wegen angeblicher Massenvernichtungswaffen und vermuteter Querverbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida angegriffen und Saddam gestürzt. Der britische Premier Tony Blair unterstützte die USA militärisch. Es wurden letztlich aber keine Massenvernichtungswaffen gefunden.

Bis zum Abzug des britischen Truppenkontingents 2009 kamen 179 britische Soldaten ums Leben. Die Amerikaner beklagen 4500 Tote. Auf irakischer Seite waren es bis zum Abzug mehr als 100'000. Das Land versank danach in Grabenkämpfe zwischen Schiiten und Sunniten, die auch den Aufstieg der Terrormiliz Islamischer Staat begünstigt haben.

SDA/mch

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