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Italiens Linke in der Angstfalle

Die italienische Opposition profitiert nicht von Silvio Berlusconis Schwäche – und scheut Neuwahlen.

Sie haben diesen Moment viele Jahre lang herbeigesehnt, mit Inbrunst. Und nun, da er endlich da ist, der Moment von Silvio Berlusconis Dämmerung, da mag sich Italiens Linke nicht einmal darüber freuen. Ja, diese plötzliche Demontage des Monolithen macht der Opposition gar Angst. Sollte der Premier nämlich im Herbst stürzen, und nach dem Bruch mit seinem Alliierten Gianfranco Fini deuten alle Zeichen in diese Richtung, dann könnte es bald vorgezogene Neuwahlen geben – sehr bald: vielleicht schon im November oder im März nächsten Jahres. Jedenfalls zu früh für die Linke. Viel zu früh. Es mangelt ihr gerade an allem: an einem charismatischen Leader; an einer glaubwürdigen programmatischen Alternative; an Profil, Nachwuchs und Verve. Ihre Popularitätswerte steigen nicht proportional zum Abstieg Berlusconis.

Und so hörte man bisher von keinem einzigen Exponenten des Partito democratico, der grössten Oppositionspartei, dass er sich Neuwahlen wünschte. Lieber sähe es die Linke, wenn eine Übergangsregierung die Geschäfte möglichst so lange führen würde, bis der 73-jährige Berlusconi aus Altersgründen nicht mehr antreten könnte. Egal, welche Übergangsregierung.

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