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Klare Grenzen zwischen Charme und Schamlosigkeit

In Frankreich wird sexuelle Belästigung künftig mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Mit dem Gesetz will man Geschädigte ermutigen, ihre Peiniger anzuzeigen.

Sein Fall veranlasste Frankreich dazu, sich einer Gewissensprüfung zu unterziehen: Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn.
Sein Fall veranlasste Frankreich dazu, sich einer Gewissensprüfung zu unterziehen: Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn.
Keystone

Die französischen Sozialisten unter Staatspräsident François Hollande sind die Gesetzesarbeit nach ihren Wahlsiegen vom Frühjahr sehr bedächtig angegangen. Kein Vergleich jedenfalls mit dem Aktionismus, den Nicolas Sarkozy und seine Konservativen nach ihrem Erfolg im Jahr 2007 entfalteten. François Hollande und die Sozialisten begnügten sich damit, Reformen Sarkozys rückgängig zu machen, Steuern zu erhöhen und ein klitzekleines bisschen zu sparen, um den Haushalt 2012 unter Kontrolle zu halten. Ein Gesetz aber hat die Linke vergangene Woche im Schnellverfahren durchs Parlament gebracht: Es bestimmt, dass sexuelle Belästigung künftig mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Das Bedürfnis nach der neuen Strafvorschrift war so gross, dass auch die rechte Opposition einmütig zustimmte.

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