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Königs-Schwiegersohn entlastet spanische Royals

Zum zweiten Mal wurde der Schwiegersohn von König Juan Carlos wegen Finanzbetrugs und Steuerhinterziehung vernommen. Er wies die Vorwürfe gegen sich zurück und stellte sich schützend vor das spanische Königshaus.

Musste sich wegen Steuerhinterziehung verantworten: Iñaki Urdangarín verlässt das Gericht in Palma de Mallorca. (23. Februar 2013)
Musste sich wegen Steuerhinterziehung verantworten: Iñaki Urdangarín verlässt das Gericht in Palma de Mallorca. (23. Februar 2013)
AFP

Iñaki Urdangarín, Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos, hat den Monarchen in einer Finanzaffäre um die Unterschlagung von 6,1 Millionen Euro entlastet. Das Königshaus habe seine Aktivitäten an der Spitze der umstrittenen gemeinnützigen Stiftung «Noos» weder autorisiert noch unterstützt, sagte der des Betrugs beschuldigte Ehemann von Prinzessin Cristina heute Samstag bei seiner Vernehmung vor Gericht in Palma de Mallorca.

Man habe ihm vielmehr dazu geraten, diese Arbeit aufzugeben, zitierten spanische Medien Urdangarín unter Berufung auf Justizkreise. Der 45-jährige frühere Handballstar widersprach damit Aussagen seines Ex-Geschäftspartners Diego Torres. Der mitangeklagte Wirtschaftsprofessor hatte bei seiner Vernehmung am vergangenen Samstag vor Gericht nicht nur Urdangarín, sondern auch Cristina und das gesamte Königshaus belastet. Die Royals hätten die Aktivitäten der Stiftung «Noos» «gekannt und beschützt», versicherte er.

Fördergelder auf private Konten?

Urdangarín und Torres werden unter anderem der Steuerhinterziehung und der Unterschlagung öffentlicher Gelder beschuldigt. Sie stehen im Verdacht, als Chefs von «Noos» öffentliche Fördergelder auf private Konten abgezweigt zu haben. Der Schwiegersohn des Königs wies bisher die meisten Vorwürfe zurück und machte vor allem Torres für die vielen Unregelmässigkeiten verantwortlich.

Nach einer Vernehmung vor fast genau einem Jahr war es das zweite Mal, dass Urdangarín sich in Palma unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen den Fragen von Ermittlungsrichter José Castro stellen musste. Der Herzog von Palma ist in der Geschichte der spanischen Monarchie der erste Angehörige des Königshauses überhaupt, der im Zuge eines Finanzskandals vor Gericht erscheinen muss.

Vor dem Gerichtsgebäude in Palma hatten sich schon am frühen Morgen zahlreiche Menschen versammelt, um gegen die Korruption und die Monarchie zu protestieren. König Juan Carlos war wegen der Ermittlungen auf Distanz zu seinem Schwiegersohn gegangen. Er hatte ihn zunächst von allen offiziellen Terminen des Königshauses und dann auch aus der Website der «Casa Real» streichen lassen.

Dennoch trägt der Skandal um Urdangarín in dem von einer schweren Wirtschaftskrise erschütterten Euro-Land auch zur zunehmenden Verschlechterung des Images der Monarchie bei.

SDA/fko

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