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Labour-Rebellen sägen an Browns Stuhl

In einer Woche ist Labour-Parteitag. Über ein Dutzend Abgeordnete verlangen, dass sich Premier Gordon Brown dort einer Wahl stellt.

Über ein Dutzend Labour-Abgeordnete stellten Brown am Wochenende öffentlich als Regierungschef infrage. Die Labour-Rebellen sprechen sich für eine Abstimmung über die Parteiführung am Parteitag aus.

Am Freitagabend war ein Mitglied aus Browns erweiterter Regierungsmannschaft mit der gleichen Forderung vorgeprescht. Die Zypernbeauftragte der Regierung, Joan Ryan, und wurde daraufhin abberufen.

Die Labour-Abgeordnete Fiona Mactaggart verteidigte die Initiative der Dissidenten. Dem Fernsehsender BBC sagte sie am Sonntag, die Wähler schienen nicht mehr zu wissen, «was wir versuchen zu tun und wohin wir Grossbritannien steuern wollen».

Browns mangelnde Glaubwürdigkeit führte sie darauf zurück, dass er die Parteiführung von Tony Blair übernommen hatte, ohne sich einer wirklichen Wahl zu stellen. Es gab keinen Gegenkandidaten.

Miliband stellt sich hinter Brown

Aussenminister David Miliband - der als Kandidat für eine Brown - Nachfolge gehandelt wird - stärkte dem Premier den Rücken und wies die Forderung nach einer Abstimmung am Parteitag zurück.

Miliband zeigte sich im Sender BBC überzeugt davon, dass Brown die nächste Parlamentswahl gewinnen könne. «Ich erwarte, dass uns Gordon in die nächste Wahl führt. Und ich werde ihn dabei unterstützen.»

Browns Stern ist längst gesunken

Browns Autorität hatte in den vergangenen Monaten nach einem Absturz in der Wählergunst und zahlreichen parteiinternen Querschüssen stark gelitten. Einer der Schützen war vor einigen Wochen Miliband selbst, der in einem Zeitungsbeitrag laut darüber nachgedachte, wie die Partei wieder auf Kurs gebracht werden könnte.

Spätestens seit damals wurde immer wieder spekuliert, dass Brown beim Parteitag in Manchester um sein politisches Überleben kämpfen müsse. Um ein Votum über die Parteispitze zu erzwingen, brauchen die Rebellen die Unterstützung von 20 Prozent der Abgeordneten - davon sind sie nach eigenen Angaben noch weit entfernt.

Labour 20 Prozent hinter Tories

Die oppositionellen Konservativen führen seit Monaten die Meinungsumfragen mit einem zweistelligen Vorsprung an. Gemäss einer am Wochenende veröffentlichten Umfrage würden die Briten im Moment Browns Labour-Partei mit einem Stimmenanteil von nur 27 Prozent abstrafen.

Die konservativen Tories um David Cameron kämen auf 46 Prozent und die Liberaldemokraten auf 16 Prozent.

SDA/grü

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