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Leise Hoffnung in Italien

Die Ausgangssperre scheint Wirkung zu zeigen - doch der Tod von an Covid-19 erkrankten Ärzten sorgt für Entsetzen.

Flacht jetzt die Kurve ab? Dank der Ausgangssperre steigen die Ansteckungszahlen in Italien weniger rasant an. Foto: Massimo Percossi, Keystone
Flacht jetzt die Kurve ab? Dank der Ausgangssperre steigen die Ansteckungszahlen in Italien weniger rasant an. Foto: Massimo Percossi, Keystone

Nach gut einem Monat des Kampfes gegen die Corona-Krise sind die Signale in Italien gespalten: Einerseits keimte die Hoffnung, dass die Zahl der Toten und der bald 60'000 Infizierten weniger rasant als bisher steigen könnte. Zugleich sorgte der Tod weiterer Ärzte im besonders notleidenden Norden für Trauer und Entsetzen.

«Es reicht nicht aus, zwei Tage eine Verlangsamung der Ansteckung zu sehen - und hoffen wir, dass es heute der zweite Tag wird -, um zu sagen, dass alles in Ordnung ist», sagte Regionalkommissar Giulio Gallera, der in der Lombardei für Gesundheit zuständig ist, dem Fernsehsender Rai1 zu vorsichtigem Optimismus.

In den Brennpunkten, in Bergamo und Brescia, gebe es viele Neu-Ansteckungen. Positiv sei, dass die Zahlen in der Millionenmetropole Mailand am Sonntag etwas weniger als am Tag zuvor gestiegen seien.

Ärzte und Priester angesteckt

Indessen sorgte der Ärzte-Verband Fnomceo mit einer immer längeren Liste toter Mediziner für neues Entsetzen: Bergamo, Parma, Cremona - die Namen einiger Städte, wo sich viele Ärzte in den überfüllten Krankenhäusern angesteckt haben. Die Aufzählung der Toten umfasst inzwischen mehr als 20 Namen.

Krankenschwestern, die über zu wenig Schutzkleidung und totale Arbeitsüberlastung berichten, sind auch betroffen - aber dort nicht aufgeführt. Mehrere Priester, die Kranken geholten hatten, starben ebenfalls in den Epizentren der Pandemie im Norden. Italien ist in Europa am härtesten betroffen.

Einsames sterben

Der 31-jährige Marco Ceresoli hat andere Pläne zunächst verworfen und ist als Zusatz-Arzt freiwillig nach Bergamo gekommen. Seit rund einer Woche sei er im Dauereinsatz im Krankenhaus Papa Giovanni XXIII in Bergamo, erzählte er der Zeitung «La Repubblica».

Zuerst aufgefallen sei ihm «die Einsamkeit der Kranken», die keinen Besuch erhalten dürften. Manchmal reiche ein liebes Wort, manchmal habe er die Hand genommen.

Er wisse, dass das Risiko auch für Ärzte gross sei. «Natürlich gibt es Risiken, aber es ist besser, wenn ich das auf mich nehme, als wenn es ein 70-jähriger Kollege tut, der aus dem Ruhestand zurückgekehrt ist.»

Immer striktere Massnahmen

In Italien waren die ersten Fälle dieses Corona-Ausbruchs in der Lombardei, in der Provinz Lodi, am 20./21. Februar publik geworden. Seitdem erliess die Regierung in Rom immer striktere Massnahmen. Seit dem 10. März gilt eine Ausgangssperre. Die Zahlen vom Sonntag hatten die Hoffnung nun genährt, dass diese Sperre und Ladenschliessungen allmählich Wirkung zeigen könnten.

Der Zivilschutz hatte zwar immer noch rund 650 neue Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Erreger binnen 24 Stunden gemeldet. Doch die Zahl lag unter dem Rekordwert von Samstagabend von fast 800 Toten.

Insgesamt starben 5476 meist ältere Menschen. Zivilschutzchef Angelo Borrelli mahnte jedoch, dass erst die nächsten Tage zeigen würden, ob der Trend wirklich gebrochen sei.

(SDA)

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