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Lothar de Maizière: «Alle Schutzengel kreisten über der DDR»

Als erster frei gewählter Ministerpräsident der DDR war Lothar de Maizière eine Schlüsselfigur bei der deutschen Wiedervereinigung. Der 70-jährige Zeitzeuge blickt zurück – und fühlt Deutschland zwanzig Jahre danach den Puls.

Sie haben über viele Jahre als Musiker gearbeitet. Heute wird hier möglicherweise eine Pianistin in den Bundesrat gewählt. Ist Musik eine gute Basis für die Politik? Lothar de Maizière: Ich denke schon. Ich sage manchmal: Um die Welt wäre es besser bestellt, wenn nicht die Generäle, sondern die Generalmusikdirektoren dirigieren würden.

Die deutsche Regierung ist eine Wessi-Regierung – mit Ausnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Was bedeutet dies für das Land zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung? Die heutige Regierung besteht aus gesamtdeutsch sozialisierten Vertretern. Die Frage, ob es sich um West- oder Ostdeutsche handelt, ist also nicht mehr entscheidend. Die zentrale Frage ist, ob sich ein Minister in seinem Ressort verantwortlich fühlt für alle Deutschen und für alle Regionen des Landes.

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