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Macron warnt Johnson davor, sich auf die USA zu verlassen

Der französische Präsident will den Brexit-Deal nicht nachverhandeln – von einem Handelsvertrag mit Washington rät er indirekt ab.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hält einen harten Brexit für wahrscheinlich. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AFP
Der französische Präsident Emmanuel Macron hält einen harten Brexit für wahrscheinlich. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AFP

Einen Tag vor dem Antrittsbesuch des britischen Premierministers Boris Johnson in Paris hat der französische Präsident Emmanuel Macron dessen Brexit-Plänen eine klare Absage erteilt. Die Forderungen Johnsons nach einer Neuverhandlung des Brexit-Vertrages und insbesondere der Verzicht auf die Vereinbarungen zur Gestaltung der Grenzkontrollen zwischen Irland und dem britischen Nordirland seien impraktikabel, sagte Macron am Mittwoch vor Journalisten. Sollte es zu einem ungeregelten Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU kommen, sei dies auf die Regierung in London zurückzuführen und nicht auf die Europäische Union.

Johnson hatte bereits am Dienstag bei Bundeskanzlerin Angela Merkel um ein Aufschnüren des von seiner Vorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelten Vertrages geworben. Sollte es dazu nicht kommen, will Johnson spätestens am 31. Oktober Grossbritannien ohne Brexit-Vertrag aus der EU führen. Allerdings erwarten Ökonomen in dem Fall starke wirtschaftliche Rückschläge, die vor allem Grossbritannien treffen sollten. Grund ist, dass dann jahrelang gewachsene Handelsbeziehungen abrupt gekappt werden.

Macron warnte Johnson vor der Vorstellung, ein Handelsvertrag mit Amerika könne Grossbritannien vor wirtschaftlichen Einbrüchen schützen: «Können die Kosten für einen harten Brexit von den USA ausgeglichen werden? Nein!» Ein Mitarbeiter des französischen Präsidentenbüros hatte zuvor erklärt, Frankreich halte mittlerweile einen harten Brexit für wahrscheinlich.

Reuters/aru

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