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Massengrab in Bosnien entdeckt

In einem Stausee haben Gerichtsmediziner die sterblichen Überreste von 250 Menschen gefunden. Sie haben eine Vermutung, um wen es sich bei den Toten handeln könnte.

Bosnische Gerichtsmediziner haben in einem Stausee die sterblichen Überreste von rund 250 mutmasslichen Opfern der Kriegsverbrechen während des Bosnien-Krieges gefunden. «Bislang haben wir 250 Skelette gefunden, die meisten unvollständig», sagte Amor Masovic vom Bosnischen Institut für Vermisste am Mittwoch. Eine genaue Opferzahl werde aber erst nach der vollständigen Untersuchung der sterblichen Überreste feststehen.

In der Gegend um die Stadt Visegrad hatten bosnisch-serbische Milizen zu Beginn des von 1992 bis 1995 dauernden Krieges Massaker an der muslimischen Bevölkerung verübt. Masovic sagte, dass der Verbleib von mehr als 800 Menschen aus der Gegend noch immer nicht geklärt sei. «Wir vermuten, dass die Hälfte von ihnen in den Perucac-See geworfen wurden.»

Seit Juli im See gesucht

Die Sucharbeiten in dem See, in dem das Wasser des Grenzflusses Drina gestaut wird, hatten Ende Juli begonnen, als der Wasserstand wegen Reparaturarbeiten am Damm gesenkt wurde. Am Donnerstag sollte der Stausee wieder geflutet werden, das Bosnischen Institut für Vermisste beantragte allerdings einen Aufschub bis zum 1. Oktober, um die Suche nach weiteren Opfern fortzusetzen.

Im Bosnien-Krieg hatten sich Kroaten, bosnische Muslime und bosnische Serben bekämpft. Dabei wurden 100'000 Menschen getötet und jeder zweite Einwohner vertrieben. Die schwersten Kriegsverbrechen werden vor dem UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag juristisch aufgearbeitet, andere vor einheimischen Gerichten.

SDA/oku

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