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Flugausfälle in der Schweiz wegen Streik in Deutschland

Lufthansa streicht am Mittwoch insgesamt fast 900 Flüge. Grund sind angekündigte Warnstreiks an Flughäfen.

Bleiben am Boden: Flugzeuge der Lufthansa-Flotte am Flughafen München. (19. März 2015)
Bleiben am Boden: Flugzeuge der Lufthansa-Flotte am Flughafen München. (19. März 2015)
Christof Stache, AFP

Der für Mittwoch angekündigte Warnstreik der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an sechs deutschen Flughäfen hat auch Auswirkungen auf den Luftverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland. Die Swiss streicht beispielsweise alle Flüge von und nach München.

Es sei mit weiteren Verspätungen und Annullationen zu rechnen, schreibt die Swiss in einer Mitteilung vom Dienstag. Reisende sollten regelmässig den aktuellen Flugplan der Airline konsultieren. Fest stehe, dass die acht Verbindungen von Genf und Zürich nach München und zurück gestrichen würden.

Wer einen der betroffenen Flüge gebucht hat, kann das Ticket laut Swiss einmal kostenlos umbuchen. Falls ein Passagier nicht umbuchen möchte, könne er den Flug annullieren und rückerstatten lassen. Reisende, die über ein Reisebüro gebucht haben, sollten dieses kontaktieren.

München besonders betroffen

Gemäss den Onlineflugplänen der Airports Zürich und Genf fallen auch etliche Lufthansa-Flüge von und nach Deutschland aus. Neben München wurden bisher Verbindungen von und nach Frankfurt sowie Köln/Bonn annulliert. Vom Euro-Airport in Basel liegen zurzeit noch keine Informationen vor.

Verdi hat für Mittwoch zu Warnstreiks an den deutschen Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover aufgerufen. Schon 2015 hatten Streiks vielen Passagieren von und nach Deutschland zugesetzt. Auch nach der jüngsten Streikankündigung ist mit erheblichen Auswirkungen im innerdeutschen und internationalen Flugverkehr zu rechnen.

Bei der Lufthansa fallen fast 900 Flüge aus. Davon seien insgesamt 87'000 Passagiere betroffen, erklärte die Airline am Dienstag. Von den ursprünglich geplanten rund 1500 Flügen könnten damit 40 Prozent an den Start gehen. So wurden alle Interkontinentalflüge von und nach München gestrichen. Seit Montagabend gebe es einen Sonderflugplan.

In Frankfurt werden 350 vor allem innerdeutsche und europäische Flüge gestrichen, während die Interkontinentalverbindungen weitgehend aufrechterhalten werden. Nach dem Ende des Streiks in Frankfurt sollen ab 15 Uhr die Lufthansa-Flüge wieder normal verkehren.

Druck aufbauen vor Verhandlungen

Mit den Streiks will die Gewerkschaft Verdi den Druck im Tarifstreit erhöhen. Sie verlangt sechs Prozent mehr Geld. Bestreikt werden sollen am Mittwoch etwa Werkstätten, Luftsicherheitskontrollen sowie Bodenverkehrsdienste wie Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung.

Noch einschneidender sind Arbeitsniederlegungen bei den Flughafenfeuerwehren, die für Frankfurt, München und Köln/Bonn angekündigt sind. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Der deutsche Flughafenverband ADV hatte die Warnstreiks als «völlig unangemessen» kritisiert. Verdi-Chef Frank Bsirske verteidigte die Massnahmen. «Wir haben die Aktionen bereits am Freitag angekündigt, um betroffenen Passagieren entgegenzukommen», sagte Bsirske. «Die Arbeitgeber sollten ihre Haltung und ihr Angebot überprüfen, damit in der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag eine Lösung gefunden werden kann.»

Rekordstreik im vergangenen Jahr

Im November hatten die Flugbegleiter der Lufthansa den bislang heftigsten und mit sieben Tagen längsten Streik in der Geschichte des sechzig Jahre alten Unternehmens organisiert. Die Kosten allein dafür schätzte Lufthansa auf rund 140 Millionen Euro, die sich zu den bereits aufgelaufenen 130 Millionen Euro aus drei Streikrunden der Piloten addierten.

Deren Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst, während für die Flugbegleiter der Schlichter Matthias Platzeck bis zum Sommer ohne Streikdruck nach einer Lösung sucht.

AFP/kat

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