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Mazedonische Polizei setzt Tränengas gegen Flüchtlinge ein

Die Situation in Idomeni ist erneut eskaliert. Gleichzeitig verlassen immer mehr Menschen das Lager.

Flüchtlinge protestieren in Idomeni in Griechenland weiterhin gegen die Grenzschliessung. Gleichzeitig verlassen immer mehr Menschen das Lager an der Grenze zu Mazedonien.
Flüchtlinge protestieren in Idomeni in Griechenland weiterhin gegen die Grenzschliessung. Gleichzeitig verlassen immer mehr Menschen das Lager an der Grenze zu Mazedonien.
Kostas Tsironis, Keystone
Der Strom ist am 11. April fast versiegt: Ein Mädchen verlässt ein Boot der griechischen Küstenwache und gelangt auf die Insel Lesbos. (4. April 2016)
Der Strom ist am 11. April fast versiegt: Ein Mädchen verlässt ein Boot der griechischen Küstenwache und gelangt auf die Insel Lesbos. (4. April 2016)
Aris Messinis, AFP
Bei der Querung des Flusses halfen junge Männer schwächeren Flüchtlingen, damit diese nicht von der Strömung mitgerissen wurden.
Bei der Querung des Flusses halfen junge Männer schwächeren Flüchtlingen, damit diese nicht von der Strömung mitgerissen wurden.
Nake Batev, Keystone
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Die mazedonische Polizei hat an der Grenze zu Griechenland Tränengas und Blendgranaten gegen Flüchtlinge eingesetzt. Wie ein AFP-Reporter berichtete, ging die Polizei massiv gegen Flüchtlinge vor, die gegen die Schliessung der Grenze in Idomeni protestierten. Etwa hundert Flüchtlinge zerrten an den Stacheldrahtbarrieren.

Nur wenige hundert Meter von dem Polizeieinsatz entfernt besuchte Mazedoniens Staatschef Gjorge Ivanov das Gebiet an der Grenze zu Griechenland. Er wurde von seinen Kollegen aus Slowenien und Kroatien, Borut Pahor und Kolinda Grabar Kitarovic, begleitet.

300 Verletzte am Wochenende

Gleichzeitig verlassen immer mehr Flüchtlinge die wilden Lager von Idomeni an der griechische-mazedonischen Grenze und im Hafen von Piräus. Die Lage bleibt aber angespannt, nachdem es bereits in den vergangenen Tagen zu Ausschreitungen gekommen war.

Am Wochenende hatte es im griechischen Grenzort Idomeni heftige Zusammenstösse zwischen Flüchtlingen und der Polizei mit fast 300 Verletzten gegeben. Mazedonien und Griechenland gaben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation zwischen mazedonischen Polizisten und etwa 3000 Flüchtlingen, die versuchten, die Grenzanlage gewaltsam zu stürmen. Die Polizei stoppte sie mit Tränengas und Gummigeschossen.

500 Menschen verlassen das Lager

Allein am Dienstag seien mehr als 1000 Flüchtlinge aus Piräus weggegangen, berichtete das Staatsfernsehen (ERT) am Mittwoch. Im Lager befänden sich noch etwa 3800 Menschen. «Piräus wird langsam evakuiert ohne Gewalt», sagte der Sprecher des Stabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, dem Staatssender.

Am Vorabend hatten rund 500 Menschen auch das wilde Lager von Idomeni verlassen. «In Idomeni bewegen sich zum ersten Mal massiv Leute weg», sagte der Sprecher des Krisenstabes. Die Evakuierung werde noch einige Tage andauern.

Im griechischen Idomeni sitzen tausende Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen fest, seit die Fluchtroute über den Balkan vor einigen Wochen von Ländern wie Mazedonien, Slowenien und Kroatien abgeriegelt worden war.

AFP/ij

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