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Medwedew: Die Wahlen waren «ehrlich und gerecht»

Der Kremlchef hat sämtliche Anschuldigungen der Unregelmässigkeiten bei den Parlamentswahlen als haltlos abgetan. Es gebe keine Beweise für Manipulationen. Derweil zieht eine Partei wegen Wahlbetrugs vor Gericht.

«Alle reden von hässlichen Szenen»: Dmitri Medwedew während eines Treffens mit Parteimitgliedern. (5. Dezember 2011)
«Alle reden von hässlichen Szenen»: Dmitri Medwedew während eines Treffens mit Parteimitgliedern. (5. Dezember 2011)
Reuters
Sind optimistisch: Wladimir Putin und Dmitri Medwedew während einer Pressekonferenz. (4. Dezember 2011)
Sind optimistisch: Wladimir Putin und Dmitri Medwedew während einer Pressekonferenz. (4. Dezember 2011)
Reuters
Bereits im Vorfeld wurde auf demokratische Mängel hingewiesen. So sollen Leute unter anderem an ihrem Arbeitsplatz unter Druck gesetzt worden sein, damit sie für die Partei Einiges Russland von Regierungschef Wladimir Putin (links auf dem Plakat) und Präsident Dmitri Medwedew stimmen.
Bereits im Vorfeld wurde auf demokratische Mängel hingewiesen. So sollen Leute unter anderem an ihrem Arbeitsplatz unter Druck gesetzt worden sein, damit sie für die Partei Einiges Russland von Regierungschef Wladimir Putin (links auf dem Plakat) und Präsident Dmitri Medwedew stimmen.
AFP
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Kremlchef Dmitri Medwedew hat Vorwürfe einer massiven Manipulation der russischen Parlamentswahl zurückgewiesen. Die Abstimmung sei «ehrlich, gerecht und demokratisch» verlaufen, sagte Medwedew nach Angaben der Agentur Interfax.

«Alle reden davon, dass die Staatsmacht angeblich ungehemmt in die Wahl eingegriffen habe. Aber wo sind die Beweise dafür?» Er halte auch die vielen Filme im Internet, mit denen angebliche schwere Verstösse bei der Wahl am Vortag dokumentiert werden, für unglaubwürdig, sagte Medwedew in seiner Residenz bei Moskau.

«Alle reden von hässlichen Szenen, aber zu sehen ist rein gar nichts.» Die Behörden sollten die Aufnahmen aber prüfen. Wahlbeobachter hatten beklagt, an Aufnahmen in den Wahlbüros gehindert worden zu sein.

«Keiner hat sich beschwert»

Keinesfalls habe die Regierungspartei Geeintes Russland, für die er als Spitzenkandidat angetreten war, im Wahlkampf einen bevorzugten Zugang zu den Staatsmedien gehabt, behauptete Medwedew. «Ich habe mit den Chefs der anderen Duma-Parteien telefoniert. Keiner hat sich beschwert.»

Internationale Wahlbeobachter sowie Menschenrechtler und die Opposition beklagen dagegen massive Verstösse bei der Wahl zur Staatsduma am Vortag.

Kommunistische Partei zieht vor Gericht

Die Kommunistische Partei Russlands zieht wegen massiven Wahlbetrugs bei der Parlamentswahl vor Gericht. Sie will nach der Veröffentlichung des amtlichen Ergebnisses durch die zentrale Wahlkommission beim Obersten Gerichtshof Klage einreichen.

Die Partei werde ausserdem vor örtlichen Gerichten wegen Wahlverstössen in mindestens 1600 Wahllokalen klagen, sagte der Erste Vizepräsident der Partei, Iwan Melnikow, am Montag der Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Auf der Grundlage der Auszählung von 96 Prozent der Wahllokale kam die Kreml-Partei Einiges Russland auf 49,5 Prozent der Stimmen. Trotz deutlicher Verluste verfügt sie damit über eine absolute Mehrheit in der Staatsduma, dem russischen Unterhaus.

OSZE-Beobachter sprechen von Manipulation

Die Kommunistische Partei wurde mit gut 19 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft. Unabhängige Medien und die Wahlbeobachtergruppe Golos hatten den ganzen Sonntag über Unregelmässigkeiten festgestellt.

Die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beklagten «häufige Verfahrensverletzungen und Fälle offensichtlicher Manipulierung». So gebe es «ernsthafte Hinweise» auf zusätzliche Stimmzettel in den Wahlurnen, die von den Abstimmungsberechtigten gar nicht abgegeben wurden.

SDA/kpn

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