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Merkel und Sarkozy holen die Privaten ins Rettungsboot

Deutschland und Frankreich haben sich auf die Einbeziehung des Privatsektors in die Griechenland-Hilfen geeinigt. Vier Prinzipien müssen dabei berücksichtigt werden.

Auf einer Linie: Sarkozy und Merkel demonstrieren Einigkeit.
Auf einer Linie: Sarkozy und Merkel demonstrieren Einigkeit.
Keystone

Es handele sich um einen «grossen Durchbruch», erklärte Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der sich heute mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin getroffen hat. Der beruhe auf vier Prinzipien: Freiwilligkeit, Schnelligkeit, kein Zahlungsausfall, Einverständnis mit der Europäischen Zentralbank. Jetzt müssten aber noch «technische Fragen» geklärt werden.

Merkel forderte ihre Parteifreunde von der griechischen konservativen Opposition auf mitzuarbeiten. «Es wäre gut, wenn auch die Opposition den Ministerpräsidenten unterstützen würde», sagte sie. Sie stehe jedenfalls hinter den Sparbemühungen von Georgios Papandreou von den Sozialisten, mit dem sie am Vortag telefoniert habe. Sie habe sich vergewissert, wie sehr Papandreou für sein Sparpaket eintrete, «in welcher Weise er dafür kämpft». Sie sei davon überzeugt, dass Griechenland «den richtigen Weg» gehe. Bislang lehnt die konservative «Neue Demokratie» das Sparpaket ab.

Merkel sprach sich auch dafür aus, das Hilfspaket so schnell wie möglich zu verabschieden. «Wir brauchen jetzt ein neues Programm für Griechenland», sagte sie. Das werde auch dem Bundestag vorgelegt. Deutschland habe profitiert von einem starken Euro. Seine Wirtschaftsstärke hänge mit einem starken Euro zusammen. Deutschland und Frankreich seien gemeinsam entschlossen, den Euro zu stärken und zu stützen.

Börsen reagieren

Der Kurs des Euro ist am Vormittag nach Gerüchten über eine angebliche Einigung auf ein zweites Rettungspaket für das hoch verschuldete Griechenland deutlich gestiegen. Gegenüber dem Dollar kletterte die europäische Gemeinschaftswährung bis zum Mittag auf ein Tageshoch von 1.4243. Im frühen Handel in Frankfurt hatte der Euro zeitweise nur 1.4125 Dollar gekostet.

Auch gegenüber dem Franken erstarkte der Euro: Nachdem am Vortag ein Euro kurzzeitig erstmals weniger als 1.20 Franken gekostet hatte, befand sich der Franken auch am frühen Freitagmorgen im Aufwind. Bis am Mittag gab der Euro dann allerdings auch gegenüber der Schweizer Währung nach. Am Mittag notierte der Euro auf 1.2065 Franken.

Laut Devisenexperten ist der Anstieg des Euro-Kurses nicht nur auf die Gerüchte über eine bevorstehende Einigung für ein zweites Rettungspaket für Griechenland zurückzuführen, sondern auch auf eine Gegenbewegung nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Tage.

dapd/jak

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