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Mit Gewalt gegen den Müll

Bei Protesten gegen eine Mülldeponie ist es nahe der süditalienischen Stadt Neapel wieder zu Ausschreitungen gekommen. Zwei Personen wurden festgenommen.

Leben im Schmutz: Aufnahme aus Neapel vom 20. Oktober.
Leben im Schmutz: Aufnahme aus Neapel vom 20. Oktober.
Keystone

Die Bewohner des Ortes Terzigno, der 20 Kilometer südöstlich von Neapel liegt, lieferten sich in der Nacht gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Aufrufe zur Ruhe seitens der Organisatoren des Protestes verhallten bislang weitgehend ungehört. Maskierte hätten die Beamten mit Steinen und Knallkörpern beworfen, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Hunderte Polizisten griffen ein, um die Strassenblockaden abzubauen, die die protestierenden Bürger errichtet hatten. Die Sicherheitskräfte griffen mit Tränengas und Knüppeln ein.

Die Einheimischen blockieren aus Protest gegen das Müllchaos in der Region die Deponie von Terzigno, die ihrer Ansicht nach beinahe überfüllt ist. Auch gegen den Bau einer zweiten Deponie richtete sich der Widerstand. In den vergangenen Tagen gab es bereits mehrere Sitzblockaden vor der Zufahrt zu der Müllhalde.

Der Müll als Hinterlassenschaft der Politik

Die Deponie stelle eine Gesundheitsgefährdung für die Bewohner in einem stark überbevölkerten Gebiet dar, erklärten die Bürgermeister der beiden Gemeinden Terzigno und Boscoreale, in denen die neue Anlage errichtet werden soll. Die bereits bestehende Deponie verpeste mit ihrem Gestank die ganze Gegend; dort werde ausserdem gesundheitsgefährdendes Gift entsorgt.

Auf den Strassen von Neapel türmen sich unterdessen 250 Tonnen Abfälle. Schon vor zwei Jahren war es zu einer mehrmonatigen Müllkrise gekommen. Neapel leidet seit Jahren unter einem erheblichen Abfallproblem. Immer wieder stapelt sich in den Strassen tonnenweise Mist, weil Deponien und Wiederverwertungsanlagen chronisch überlastet sind. Zudem schlossen die Behörden Müllhalden, die von der Mafia betrieben wurden.

(SDA)

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