Zum Hauptinhalt springen

Mord wurde auf Facebook angekündigt

Web-Konzerne würden Terroristen einen «safe haven» bieten, kritisiert ein hochrangiger britischer Politiker. Offenbar hatten die Mörder von Lee Rigby in London auf Facebook Tatabsicht geäussert.

Hatten kaltblütig und auf offener Strasse den britischen Soldaten Lee Rigby ermordet: Die beiden Attentäter von London.
Hatten kaltblütig und auf offener Strasse den britischen Soldaten Lee Rigby ermordet: Die beiden Attentäter von London.
AFP

Grausam und blutrünstig war die Tat, welche sich im Mai 2013 in London auf offener Strasse ereignete. Die Islamisten Michael Adebolajo und Michael Adebowale hatten den britischen Soldaten Lee Rigby zu Tode gemetzelt. Die Täter wurden später zu lebenslanger Haft verurteilt.

Müssen sich vor Gericht verantworten: Gerichtszeichnung von Michael Adebolajo (l.) und Michael Adebowale (Mitte) in der Old Bailey. (29. November 2013)
Müssen sich vor Gericht verantworten: Gerichtszeichnung von Michael Adebolajo (l.) und Michael Adebowale (Mitte) in der Old Bailey. (29. November 2013)
Keystone
Gefängniswagen bringen die beiden Angeklagten zur Old Bailey in London. (29. November 2013)
Gefängniswagen bringen die beiden Angeklagten zur Old Bailey in London. (29. November 2013)
Keystone
War auf dem Weg zurück in die Kaserne von Woolwich: Lee Rigby auf Überwachungsbildern aus der U-Bahn, die am ersten Prozesstag veröffentlicht wurden. (22. Februar 2013)
War auf dem Weg zurück in die Kaserne von Woolwich: Lee Rigby auf Überwachungsbildern aus der U-Bahn, die am ersten Prozesstag veröffentlicht wurden. (22. Februar 2013)
Keystone
1 / 3

Eine gestern vorgestellte parlamentarische Ermittlung offenbarte, dass einer der Täter im Internet – später wurde das auf Facebook präzisiert, wie der «Guardian» schreibt – seine Tötungsabsicht kundtat.

Hinweis im Web nachträglich gefunden

Adebowale vertraute im Dezember 2012, also drei Monate vor der Tat, einem mutmasslichen Extremisten an, er wolle als Vergeltung für die britischen Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak einen Soldaten töten. Die zuerst nicht genannte Internetfirma fand die Angaben, als sie nach dem Mord Adebowales Onlinekommunikation unter die Lupe nahm.

Lebenslang für die Mörder von Lee Rigby: Das Gerichtsurteil erging Ende Februar.

Hätte der private Internetanbieter diese Information an den Geheimdienst weitergegeben, hätte der Mord verhindert werden können, heisst es in dem Bericht des Geheimdienst- und Sicherheitsausschusses (ISC).

Web-Konzerne zur Weitergabe der Daten verpflichten

Zwar tauchten die beiden Mörder vor ihrer Tat in insgesamt sieben Untersuchungen der verschiedenen Geheimdienste auf, wie der ISC-Bericht zutage förderte. Doch hätten die damaligen Informationen nicht ausgereicht, um das Attentat verhindern zu können, so das Fazit der Parlamentsermittler.

Der ISC-Bericht erklärt es zur Pflicht privater Firmen, verdächtige Kommunikationen zu identifizieren und an die Geheimdienste zu übermitteln.

Verschärft London die Terrorgesetze?

Der Leiter des ISC, Sir Malcolm Rifkind, beschuldigte gestern Internetfirmen, Terroristen einen «safe haven» zu bieten.

Heute will die konservative Regierung neue Anti-Terror-Gesetzentwürfe vorlegen, die schon jetzt von Menschenrechtsorganisationen kritisiert werden. Der einen Tag zuvor vorgestellte ISC-Bericht gilt als Steilvorlage für eine Verschärfung der Online-Überwachung. In einer ersten Reaktion rief Premierminister David Cameron die Provider zum Handeln auf. «Ihre Netzwerke werden für Mordpläne genutzt, um Chaos zu stiften. Es ist ihre soziale Verantwortung, darauf zu reagieren. Wir erwarten von ihnen, dem gerecht zu werden.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch