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Moskau feiert mit 10'000 Soldaten

Russland gedenkt mit einer gigantischen Militärparade des Sieges über Nazi-Deutschland vor 65 Jahren. Mit dabei ist die deutsche Bundeskanzlerin Merkel.

Stramm stehen: Präsident Dmitri Medwedew und Premierminister Wladimir Putin zusammen mit Kriegsveteranen auf dem Roten Platz.
Stramm stehen: Präsident Dmitri Medwedew und Premierminister Wladimir Putin zusammen mit Kriegsveteranen auf dem Roten Platz.
Keystone
Blick nach oben: Mit dabei sind auch Chinas Präsident Hu Jintao und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Blick nach oben: Mit dabei sind auch Chinas Präsident Hu Jintao und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Reuters
Militärjets fliegen über die St. Basil-Kathedrale in Moskau.
Militärjets fliegen über die St. Basil-Kathedrale in Moskau.
Reuters
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65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat Russland mit einer grossen Militärparade den Sieg über Hitler- Deutschland gefeiert. 1945 sei der Nazismus besiegt worden, «die Vernichtung ganzer Völker wurde beendet», sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew am Sonntag bei der Parade auf dem Roten Platz in Moskau.

Die Einladung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel galt als Versöhnungsgeste. Merkel, die neben dem russischen Regierungschef Wladimir Putin die Siegesfeier mit dem Defilee von mehr als 10'000 Soldaten und schwerem militärischem Gerät verfolgte, sprach von einer grossen Ehre. Auch die Ukraine, Weissrussland sowie weitere frühere Sowjetrepubliken begingen den 9. Mai als nationalen Feiertag.

Erstmals NATO-Vertreter eingeladen

«Dieser Krieg hat uns zu einer starken Nation gemacht», sagte Medwedew während der 72-minütigen Zeremonie. Über den Roten Platz rollten auch Panzer sowie Transporter mit den mit Atomsprengköpfen bestückbaren Interkontinentalraketen vom Typ Topol-M.

Erstmals nahmen an der Waffenschau auch mehr als 200 Vertreter der Streitkräfte der NATO-Mächte Grossbritannien, Frankreich und USA teil. Bei strahlendem Sonnenschein musizierten internationale Militärkapellen. Am Ende erklang die Ode «An die Freude» von Ludwig van Beethoven - als Zeichen für die Versöhnung der Völker.

Medwedew erinnerte in seiner Rede vor tausenden Kriegsveteranen daran, dass der Frieden in der Welt weiter brüchig sei. «Nur auf Grundlage einer guten Nachbarschaft können wir die Probleme der weltweiten Sicherheit lösen», betonte er.

Auch Peres anwesend

Unter den Gästen waren neben Merkel unter anderem der israelische Präsident Schimon Peres, der tschechische Staatschef Vaclav Klaus, der polnische Interimspräsident Bronislaw Komorowski sowie der chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao. Auch zahlreiche Präsidenten der autoritär regierten früheren Sowjetrepubliken waren Medwedews Einladung nach Moskau gefolgt.

Die Waffenschau am Kreml galt als die grösste Parade, die Moskau je gesehen hat. Russland hatte die Siegesfeiern im sowjetischen Stil mit Panzern und schwerem Kriegsgerät 2008 wieder aufgenommen. Die Parade war nicht zuletzt eine Nabelschau des russischen Militärs, das derzeit die tiefgreifendste Reform seiner Geschichte durchmacht.

Schwere Verluste

Mit etwa 27 Millionen Opfern hat die damalige Sowjetunion im «Grossen Vaterländischen Krieg» von 1941-1945 so schwere Verluste erlitten wie kein anderes Land. «Die Sowjetunion wurde von den Faschisten am härtesten getroffen», sagte Medwedew, der erneut davor warnte, das Verdienst der Roten Armee an der Befreiung vom Hitlerfaschismus in Zweifel zu ziehen.

Nach der Siegesfeier legte Merkel am Ewigen Feuer des Grabmals des Unbekannten Soldaten an der Kremlmauer rote Rosen nieder. Es sei nicht selbstverständlich, dass ein deutscher Regierungschef an diesem Ereignis teilnehmen dürfe, hatte sie vor ihrer Anreise in einem Interview mit der Agentur Itar-Tass gesagt. Die Geste zeige, dass Russland und Deutschland nun in Frieden und Freundschaft lebten. Vor fünf Jahren hatte Gerhard Schröder als erster Kanzler der traditionellen Parade beigewohnt.

Merkel dankt

Merkel dankte den Alliierten für ihre Opfer im Kampf gegen Nazi-Deutschland. Die Sowjetunion und ihre Verbündeten hätten Deutschland befreit und den Zweiten Weltkrieg beendet, sagte die Kanzlerin. Die Deutschen würden die Befreier nie vergessen. In Moskau waren nach Angaben von Medien etwa 2,5 Millionen Menschen auf den Beinen, um den Tag des Sieges zu feiern.

SDA/jak

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