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Moskau schliesst McDonald's-Filialen

Russland macht vier Filialen des amerkanischen Fastfoodriesen McDonald's dicht. Die offizielle Begründung tönt nicht politisch, kommt bei Konflikten aber oft zum Zug.

Angebliche Verstösse gegen Vorschriften: McDonald's Logo bei einer Filiale am Rande Moskaus. (25. Juli 2014)
Angebliche Verstösse gegen Vorschriften: McDonald's Logo bei einer Filiale am Rande Moskaus. (25. Juli 2014)
Reuters

Drei Wochen nach dem Importstopp für viele westliche Lebensmittel hat Russland vier Filialen der US-Fastfoodkette McDonald's in der Hauptstadt Moskau geschlossen. Als Grund gab die Lebensmittelaufsichtsbehörde Rospotrebnadsor am Mittwoch «zahlreiche Verstösse gegen Hygienevorschriften» an. Sie seien bei einer Überprüfung einer Filiale in Moskau von Montag bis Mittwoch entdeckt worden. Im Vorfeld der Sanktionen gegen westliche Lebensmittel hatte Russland ebenfalls Verstösse gegen Vorschriften als Grund für Einfuhrverbote bestimmter Produkte angeführt.

McDonald's betreibt rund 430 Filialen in Russland und beschäftigt etwa 37'000 Menschen. Die Zutaten für seine Burger bezieht das Unternehmen nach eigenen Angaben fast ausschliesslich aus Russland. McDonald's teilte mit, es prüfe die Beschwerden der Lebensmittelaufsicht. Oberste Priorität des Unternehmens seien «sichere Qualitätsprodukte». Das Unternehmen sprach von nur drei geschlossenen Filialen.

30'000 Menschen am Eröffnungstag

Eine davon befindet sich in einem Einkaufszentrum nahe dem Kreml, die andere ist die erste, die McDonald's im Jahr 1990 in der Nähe des Puschkin-Platzes eröffnete. Am Eröffnungstag standen etwa 30'000 Menschen Schlange, um einen echt amerikanischen Burger zu probieren – für das Unternehmen war es ein Rekord.

Die russische Lebensmittelaufsicht hatte bereits Ende Juli mehrere Produkte von McDonald's beanstandet und angekündigt, sie werde den Verkauf verbieten. Den Behördenangaben zufolge wurden damals bei Kontrollen in McDonald's-Filialen in der Stadt Nowgorod nördlich von Moskau Bakterien in einem Salat und mehreren Sandwiches gefunden. Ausserdem hätten bei mehreren Burgern, etwa dem Cheeseburger, die Nährwertangaben nicht mit der Realität übereingestimmt.

Hygienevorschriften als politisches Mittel

Russischen Behörden, die sich mit Lebensmittel- und Hygienevorschriften befassen, wird oft vorgeworfen, Entscheidungen aus aussenpolitischen Beweggründen zu treffen. Wegen der Ukraine-Krise verschlechterte sich das Klima zwischen den USA und Russland; beide Staaten verhängten wechselseitige Sanktionen. Seit Anfang August ist die Einfuhr zahlreicher Lebensmittel aus den USA und der EU nach Russland verboten.

Landwirtschaftsminister Nikolai Fjodorow gab am Mittwoch erstmals zu, dass der Importstopp Russland teuer zu stehen kommen werde. Um die mit dem Embargo belegten Waren zu ersetzen, seien allein bis zum Jahresende «dutzende Milliarden Rubel» als Hilfen für die heimische Landwirtschaft nötig, sagte er dem Sender Rossija 24. In den kommenden Jahren müsse der Staat mit Kosten von etwa hundert Milliarden Rubel (2,5 Milliarden Franken) rechnen.

AFP/rub

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