Moskaus Pipeline-Projekt hilft Athen bei der Schuldenzahlung

Die geplante Erdgas-Pipeline soll Geld in Athens klamme Kassen spülen. Die Millionen des «traditionelles Freundes» könnten die Schulden an die Gläubiger begleichen.

Retter in der Not: Wladimir Putin und Alexis Tsipras. (AP Photo/Alexander Zemilianichenko)

Retter in der Not: Wladimir Putin und Alexis Tsipras. (AP Photo/Alexander Zemilianichenko)

Während der zähen Verhandlungen über Sparreformen nähert sich Griechenlands Regierungschef Tsipras Russland an. Um Kredite buhlt er zwar angeblich nicht. Doch beschliesst er mit Putin ein Pipeline-Projekt, das Hunderte Millionen Dollar bringen soll.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht keine Unterstützung der Europäischen Union für Griechenland. «Wenn die EU will, dass Griechenland seine Schulden zahlt, sollte sie darin interessiert sein, die griechische Wirtschaft wachsen zu lassen», sagte Putin nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras am Freitag am Rande eines Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Eine zukünftige russische Erdgas-Pipeline solle Athen helfen, die Schulden an seine Gläubiger zurückzahlen zu können, sagte der Kremlchef.

«Traditioneller Freund Russland»

Tsipras bat in Russland allerdings offenbar nicht um Kredite für sein vor dem Staatsbankrott stehendes Land. Über das Thema einer russischen Finanzspritze für Griechenland sei während des Treffens nicht gesprochen worden, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Freitagabend. Zuvor hatte er noch erklärt, Russland würde einen Kredit in Erwägung ziehen, wenn Tsipras darum bitten würde. Stattdessen sei es aber um «den Bedarf der Entwicklung von Investitionskooperation» gegangen, so Peskow.

Tsipras sagte auf dem Forum, sein Land bemühe sich um eine «Brücke der Kooperation» mit «traditionellen Freunden wie Russland» und anderen. «Wie Sie alle wissen, sind wir jetzt mitten in einem grossen Sturm. Aber wir sind eine Seefahrernation, die weiss, wie man durch Stürme navigiert und keine Angst hat, neue Meere anzusteuern und neue Häfen zu erreichen.»

«EU sollte applaudieren»

Griechenland und Russland vereinbarten, eine Pipeline zu verlängern, durch die via Türkei Gas nach Europa befördert werden soll. Russland hatte Griechenland Hunderte Millionen Dollar an Transitgebühren jährlich versprochen, wenn es dem Bau der Gasleitung zustimmen würde. Die Arbeiten sollen 2016 beginnen und 2019 abgeschlossen sein.

«Die EU sollte uns applaudieren. Was ist falsch daran, Jobs in Griechenland zu schaffen?», sagte Putin. Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte, die beiden Länder seien ebenbürtige Partner.

hae/sda

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