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«Nur Putin hat die Macht zur Stilllegung»

Dreissig Jahre nach dem atomaren Super-GAU laufen in Russland noch immer 11 Reaktoren des Typs, der in Tschernobyl explodierte. Ein Gespräch mit dem russischen Atomingenieur und AKW-Kritiker Wladimir Kuznetsow.

Vor genau dreissig Jahren ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.
Vor genau dreissig Jahren ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.
Keystone

In Tschernobyl wird derzeit die neue Schutzhülle fertiggestellt, der Sarkophag. Mitten in den Wirren der Ukraine-Krise. Wie beeinflussen die Unruhen diese Sicherheitsmassnahme?Wladimir Kuznetsow: Auf den Bau haben sie keine direkten Auswirkungen. Allerdings herrschen auf der Baustelle besorgniserregende Zustände. Es gibt Arbeiter, die ihre Löhne nicht erhalten, und technische Probleme, die für laufende Kostenexplosionen sorgen. Dann ist da noch das zweite Tschernobyl-Projekt, ein Lager für die radioaktiven Abfälle vor Ort. Es sollte ursprünglich bis 2018 stehen. Doch die Bauarbeiten haben noch nicht einmal begonnen. Das Schlimmste aus meiner Sicht ist, dass in der gesamten Atombrache der Ukraine ein bedenkliches Niveau der Professionalität herrscht.

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