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Papst nimmt Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa an

Der wegen Misshandlungsvorwürfen in die Kritik geratene Augsburger Bischof Walter Mixa ist von seinem Amt entbunden worden. Papst Benedikt XVI. nahm Mixas Rücktrittsgesuch an.

Ein Bischof gibt seine Amtswürden ab: Walter Mixa.
Ein Bischof gibt seine Amtswürden ab: Walter Mixa.
Reuters

Bei seiner Entscheidung berief sich der Papst nach Angaben des Vatikans auf einen Paragrafen des kanonischen Rechts. Dieser Paragraph sieht den verfrühten Ruhestand eines Geistlichen wegen Krankheit oder «anderer schwerwiegender Gründe» vor dem 75. Lebensjahr vor. Der Papst entband Mixa gleichzeitig auch von seinem Amt als Militärbischof.

Nach wochenlanger Kritik und Gewaltvorwürfen früherer Heimkinder hatte der Geistliche am 21. April dem Vatikan seinen Rücktritt angeboten. Benedikt hat das Rücktrittsgesuch wie erwartet akzeptiert. Ein Bischof kann seinen Rücktritt nur anbieten, der Papst muss dem Schritt zustimmen.

Inzwischen wurden gegen den 69-Jährigen auch Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs laut. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt bestätigte am Freitag entsprechende Vorermittlungen. Mixa liess über einen Augsburger Anwalt die Vorwürfe als unzutreffend zurückweisen und erklärte sich zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern bereit.

Unmittelbar nach der Entscheidung des Papstes trat das Augsburger Domkapitel zusammen, um aus den eigenen Reihen einen Diözesanadministrator zu wählen. Das Ordinariat teilte mit, Weihbischof Josef Grünwald solle bis zur Ernennung eines neuen Bischofs das Bistum führen.

Bischofskonferenz begrüsst Entscheid

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat die Annahme des Rücktrittsgesuchs begrüsst. «Die zügige Entscheidung des Papstes schafft die notwendige Klarheit», sagte der DBK-Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung.

Diese Entscheidung gebe allen Beteiligten die Chance zum Neuanfang. «Ich danke Papst Benedikt für seine Unterstützung der Kirche in Deutschland.»

Rasch gehandelt

Benedikt hatte am 29. April mit Zollitsch im Vatikan über den Fall Mixa beraten. Diese Begegnung, die vor dem Bekanntwerden neuer Vorwürfe gegen Mixa angesetzt war, dürfte den Grundstein für die Annahme des Gesuchs gelegt haben.

Damit hat Benedikt vergleichsweise rasch gehandelt. In der Vertuschungsaffäre des irischen Missbrauchsskandals dauerte es teilweise Monate, bis der Papst Rücktrittsgesuche schliesslich annahm.

«Watsche» nicht ausgeschlossen

Mixa war seit 2005 Bischof von Augsburg. Mehrere ehemalige Bewohner eines Waisenhauses im bayerischen Schrobenhausen hatten ihm vorgeworfen, er habe sie in seiner Zeit als Pfarrer in dem kleinen Ort geschlagen und misshandelt.

Mixa hatte dies zunächst bestritten und erst nach langem Zögern zugegeben, zwischen 1975 und 1996 Kinder und Jugendliche geschlagen zu haben. In einem Zeitungsinterview räumte er ein, er könne «die eine oder andere Watsch'n» nicht ausschliessen.

ddp/cpm

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